Nach Kursaufschwung „Bei Rohstoffaktien noch immer Luft nach oben“

Lithium-Förderung bei La Paz: Bolivien verfügt über mehr als 40 Prozent der globalen Reserven  | © Getty Images

Lithium-Förderung bei La Paz: Bolivien verfügt über mehr als 40 Prozent der globalen Reserven Foto: Getty Images

Pleiten, Dumping-Preise, Ausverkauf: Noch vor 18 Monaten sahen Experten die Rohstoffbranche am Rande des Ruins. Doch es kam ganz anders: Die Berichtssaison zum ersten Halbjahr 2017 verdeutlicht eine bemerkenswerte Trendwende. Der S&P Natural Resources TR Index legte vergangenes Jahr um satte 22 Prozent zu.

Und jetzt, alles schon vorbei? Experten des BlackRock Investment Instituts erwarten für das Jahr 2018 ein stabiles Wirtschaftswachstum und moderate Inflationsraten. Risiken, wie etwa eine abrupte Konjunkturabkühlung Chinas, seien kontrollierbar. Alles in allem zeigen sich günstige Rahmenbedingungen für Investitionen in Rohstoffe.

Rohstoffaktien bestechen mit Bewertungen

Besonders beachtenswert ist aus Sicht der BlackRock-Experten, dass Aktien von Rohstoffunternehmen noch nicht so hoch wie der allgemeine Aktienmarkt bewertet sind. In der Bergbau- und Energiebranche werden Aktien immer noch mit einem beträchtlichen Abschlag zum jeweils langjährigen Durchschnitt gehandelt, wie die nachfolgende Grafik mit dem Preis-Buchwert-Verhältnis zeigt.

Speziell im Bergbausektor könnte es sich lohnen, selektiv in werthaltige Unternehmen zu investieren. Angesichts des niedrigen Schuldenstands und steigender Dividenden können Anleger hier davon ausgehen, dass alte Fehler in der Kapitaldisziplin nicht wiederholt werden.

Die Rohstoffpreise selbst werden sich im Jahr 2018 nach Ansicht der BlackRock-Experten nicht mehr viel bewegen. In den Kursen von Minenaktien sind nach wie vor Rohstoffpreise eingepreist, die deutlich unter den heutigen Spot-Preisen liegen.

Seitwärtsbewegung bei Gold

Für den Goldpreis prognostizieren die BlackRock-Experten für das Jahr 2018 eine Seitwärtsbewegung. Langfristig werde es aber wieder aufwärtsgehen – wegen steigender Einkommen in Schwellenländern wie Indien und China und deren Vorliebe für Schmuckerzeugnisse aus Gold.

Gold als „sicherer Hafen“ bei ungewissen Aussichten an Aktien- und Anleihemärkten sollte nur bei einer kräftigen Kurskorrektur an den Aktienmärkten oder einem starken Anstieg der Inflation eine Rolle spielen.

Die Energiebranche schließlich als zweiter wichtiger Rohstoffsektor könnte im Jahr 2018 stark wachsen. Die Ölpreise dürften sich wegen der Produktionskürzungen der Organisation erdölexportierender Staaten (OPEC) und eines Angebotsrückgangs außerhalb der OPEC-Staaten und der USA sowie einer Ausweitung der US-Schieferölproduktion relativ stabil um das aktuelle Preisniveau halten. Das Vertrauen in die Nachhaltigkeit des Preisniveaus dürfte aber wachsen.

Im Jahr 2018 kann es sich durchaus lohnen, Rohstoffaktien im Portfolio zu haben. Nicht, weil Rohstoffpreise rasant steigen werden, sondern weil viele Aktien der Branche immer noch günstig bewertet sind.