Fidelity-Umfrage So wenige Anleger mögen Deutschland-Aktien

Die meisten Deutschen haben keine Investitionspläne für die nächsten Monate. Die obige Grafik zeigt die Antworten auf die Frage: „Planen Sie, in den nächsten drei bis vier Monaten in deutsche Aktien oder Fonds mit Anlageschwerpunkt Deutschland zu investieren?“ | © Fidelity International

Die meisten Deutschen haben keine Investitionspläne für die nächsten Monate. Die obige Grafik zeigt die Antworten auf die Frage: „Planen Sie, in den nächsten drei bis vier Monaten in deutsche Aktien oder Fonds mit Anlageschwerpunkt Deutschland zu investieren?“ Foto: Fidelity International

Andreas Telschow, Fidelity International

Der deutsche Leitindex Dax feiert seinen 30. Geburtstag, doch die Deutschen sind bei der Börsenparty nicht dabei: Nur 4 Prozent der Bundesbürger planen, in den nächsten drei bis vier Monaten in deutsche Aktien oder Fonds zu investieren. Das ist das Ergebnis einer repräsentativen Umfrage von Fidelity International. 

Besonders niedrig ist die Bereitschaft demnach bei den Befragten mit einem mit Volks- oder Hauptschulabschluss (1 Prozent). Während die Umfrageteinehmer mit mittlerer Reife bei dieser Frage in der Mitte liegen (4 Prozent), sind die Verbraucher mit Abitur oder Hochschulbildung (8) besonders aufgeschlossen gegenüber Aktien-Investments. 

Rund jeder Vierte der etwa 1.000 Teilnehmer sieht in den abgeschwächten Wachstumsprognosen für die deutsche Wirtschaft ein Argument gegen die Anlage in deutsche Aktien oder Fonds. Für immerhin 14 Prozent der Befragten spricht aber gerade das für Investments in Wertpapiere. 

Deutlich ausgeprägter ist die Zustimmung hierzu bei den männlichen Befragten (18 Prozent). Zum Vergleich: Die weiblichen Umfrageteilnehmer im Alter ab 18 Jahren sind nur zu 10 Prozent dieser Ansicht. Die Ablehnung der Aussage ist bei den Frauen hingegen höher als bei Männern. 

Ihren Schwerpunkt auf Investments in heimische Aktien würden vor allem die Befragten aus den östlichen Bundesländern legen (35 Prozent). Die westdeutschen Anleger (28 Prozent) würden hingegen in der Mehrheit (36) sowohl in Deutschland als auch international investieren.

Konjuktursorge drückt Aktienoptimismus

Und wie wirkt sich politische Unsicherheit auf das Investitionsverhalten aus? 54 Prozent der Deutschen sagen, dass sie in einer politisch unsicheren Lage Bedenken hätten, in Aktien oder Fonds zu investieren – Männer (49 Prozent) weniger als Frauen (59 Prozent). 

„Wirtschaftsdaten und politische Ereignisse beeinflussen die Märkte in der Regel nur auf kurze Sicht“, kommentiert Andreas Telschow. „Langfristig orientierte Anleger sollten sich von diesen Störfeuern nicht beirren lassen, Schwankungen sind ein normaler Bestandteil der Märkte“, so der Anlageexperte bei Fidelity International.