Fondsmanager und der heiße Februar „Es sieht nach einem Wandel aus“

Gunther Westen, Leiter Asset Allocation und Fondsmanagement bei Oddo BHF Asset Management. | © Oddo BHF Asset Management

Gunther Westen, Leiter Asset Allocation und Fondsmanagement bei Oddo BHF Asset Management. Foto: Oddo BHF Asset Management

DAS INVESTMENT: Wie waren Sie Anfang Februar vor den Turbulenzen aufgestellt?

Gunther Westen: Wir sind mit einer leichten Übergewichtung in Risiko-Assets und einem defensiven Durations-Exposure in die Korrektur gegangen (Anmerkung der Redaktion: Das ist eine Maßnahme, um die Kursrisiken von Anleihen niedrig zu halten).

Wie haben Sie sich während der Turbulenzen verhalten?

Westen: In Abhängigkeit vom vorhandenen Risikobudget wurde die Aktienquote erhöht und die Duration wieder etwas hochgefahren. Da der Credit-Bereich zunächst gar nicht reagierte, sind wir hier etwas vorsichtiger geworden und eher in Richtung neutral gerückt.

Wie sind Sie heute aufgestellt, und womit rechnen Sie?

Westen: Insgesamt sieht es nach einem Wandel vom bisherigen Goldilocks-Szenario mit sich beschleunigendem Wachstum und unterschießender Inflation zu stabilem Wachstum mit positiven Inflationsüberraschungen aus. Derzeit passen sich die Erwartungen der Marktteilnehmer gerade in diese Richtung an und sorgen für volatile Märkte.

Danach erwarten wir eine Wiederaufnahme des Aufwärtstrends bei Aktien, allerdings mit moderateren Rendite-Aussichten als noch 2017. Eine Trendumkehr bei Aktien erfolgt in der Historie erst einige Monate vor dem Abtauchen in eine Rezession. Selbst in den zyklisch weit fortgeschrittenen USA gibt es derzeit aber keine Anzeichen für einen Abschwung, sodass es noch viel zu früh wäre, sich aus Aktien zu verabschieden. Taktisch haben wir auch die Duration erhöht, da die Anpassung an höhere Leitzinsen in den USA sehr weit fortgeschritten ist. Bei den Zinsen könnte sich zumindest kurzfristig eine Beruhigung einstellen.