Marktkommentar USA Robuster US-Konsum weiterhin wichtiger Konjunkturmotor

Konsumenten in Texas, USA. Die Beschäftigungslage in den USA ist gut und die verfügbaren Einkommen steigen, daher wird sich der Konsum als Konjunkturmotor erweisen. (Bild: Getty Images)

Konsumenten in Texas, USA. Die Beschäftigungslage in den USA ist gut und die verfügbaren Einkommen steigen, daher wird sich der Konsum als Konjunkturmotor erweisen. (Bild: Getty Images)

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Unsere Einschätzung: Für das laufende Jahr gehen wir wie gehabt von einem Wachstum zwischen 2,0 Prozent und 2,4 Prozent aus. Scheinbar wiederholt sich das Muster vom Vorjahr: Auf ein schwaches erstes Quartal folgt ein starker Wiederanstieg.

Der ist aber nach den zuletzt schwachen Zahlen des Institutes für Angebotsmanagement (ISM) noch keine ausgemachte Sache. Als verlässlicher Konjunkturmotorwird sich erneut der Konsum erweisen, denn die Beschäftigungslage ist gut und die verfügbaren Einkommen steigen. Rückenwind geht auch vom etwas schwächeren US-Dollar aus. Für Gegenwind sorgen hingegen weiterhin die Vorräte, die jedoch seit Juni letzten Jahres bereits kräftig zurückgegangen sind.

Die Datenlage:

Die Datenlage: Im vergangenen Monat fielen die Wirtschaftsdaten aus den USA ansehnlich, wenngleich nicht mehr ganz so ermutigend aus. So wurde das Wachstum des Bruttoinlandsproduktes für das erste Quartal etwas weniger als erwartet auf immer noch schwache 0,8 Prozent nach oben korrigiert, was den Verbesserungen bei Nettoexporten und Lagerbeständen geschuldet war. Zugleich sind die Unternehmensgewinne verglichen mit dem Vorquartal leicht um 1,4 Prozent gestiegen, verharren aber zum Vorjahr im Minus. Dafür hatten die Einzelhandelsumsätze im Mai einen weiteren starken Monat und übertrafen die Erwartungen.

Im Juni fiel die ISM-Umfrage außerhalb des verarbeitenden Gewerbes unerwartet schwach aus mit dem zweithöchsten monatlichen Rückgang seit der Finanzkrise. Trotz solider Zuwächse in den beiden Vormonaten tendiert das Barometer mit 52,9 Zählern nun unweit seines Sechsjahrestiefs. Geschäftsaktivitäten, Neuaufträge und Beschäftigung verloren durch die Bank an Boden. Besser behauptete sich die ISM-Umfrage im verarbeitenden Gewerbe, die leicht auf 51,3 zulegte. Die Umfrage der Universität von Michigan zur Verbraucherstimmung tendierte im Juni fest nach vorausgegangenem Anstieg auf ihr Zyklushoch. Die langfristigen Inflationserwartungen fielen indes kräftig auf ein neues Tief von 2,3 Prozent.

Als schwach gewertet wurde auch der Beschäftigungsbericht für Mai. Die Zahl der Beschäftigten außerhalb der Landwirtschaft erhöhte sich – wie in der Grafik dargestellt – um 38.000. Rechnet man jedoch die Streikenden hinzu, liegt die „bereinigte“ Zahl bei 73.000. Dennoch ist das einer der schlechtesten Werte seit 2011 und passt insgesamt ins Bild der in den Vormonaten nach unten korrigierten Daten. Die alternativ von ADP ermittelten Zahlen weisen jedoch ein solides Plus von 173.000 Stellen aus.

Hinzu kam der deutliche und unerwartete Rückgang der Arbeitslosenquote auf 4,7 Prozent. Grund hierfür ist jedoch der gegenüber den Vormonaten abrupt zum Erliegen gekommene Anstieg der Erwerbsbevölkerung. Die ansehnlichen Zuwächse bei den Stundenlöhnen um 2,5 Prozent im Jahresvergleich dürften der Fed indes keine Sorgenfalten auf die Stirn treiben. Im Mai verteuerten sich zudem die Verbraucherpreise wie prognostiziert im Einklang mit dem Fed- Mandat. Binnen Jahresfrist hat sich die Kerninflation um 2,2 Prozent und in den letzten Monaten sogar noch stärker beschleunigt. Die Gesamtinflation kletterte um 1,0 Prozent nach oben und dürfte sich bis zum ersten Quartal 2017 der Kernrate angenähert haben.

Grafik: Schwache Beschäftigungszahlen, aber andere Arbeitsmarktdaten tendieren unverändert fest

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Geldpolitik: Nach ihrer Aprilsitzung begann die US-Notenbank Fed, die Märkte auf eine Zinserhöhung im Juni oder Juli einzustimmen. Aber mit den schwachen Arbeitsmarktdaten tendieren die diesbezüglichen Erwartungen wieder gegen null. Im Juni sah die Fed wie erwartet von einer Zinserhöhung ab. Den Juli hält man sich als Option zwar offen, aber augenscheinlich haben es die Währungshüter mit weiteren Zinsschritten nicht eilig.

Ihre Prognose zur Kerninflation hob die US-Notenbank für 2016 und 2017 leicht an. Trotzdem gehen die Mitglieder des Offenmarktausschusses (FOMC) nun je zur Hälfte von einer bzw. zwei Zinserhöhungen in diesem Jahr und mehrheitlich von drei Zinsstraffungen weniger bis Ende 2018 aus. Auch wenn die Fed erwartet, dass sie bis dahin ihre beiden Mandate – Preisstabilität und Vollbeschäftigung – erreicht bzw. übertrifft, wurde die Leitzinsprognose erheblich auf 2,375 Prozent nach unten korrigiert. Inflationsbereinigt entspricht das gerade einmal 0,375 Prozent.

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