„Mustervorschlag gegen Wildwuchs“ Lebensversicherungen: Diese 5 Fragen sollte eine Standmitteilung beantworten

Henning Kühl, Chefaktuar beim Frankfurter Zweitmarkt-Aufkäufer Policen Direkt

Viele Kunden bekommen derzeit Post von ihrer Lebensversicherung. Der Inhalt: die Standmitteilung zum Ende ihres Versicherungsjahres. Die Standmitteilung soll den Versicherten auf einen Blick die wichtigsten Informationen über den Wert ihrer Lebensversicherung liefern.

Doch das sei in den meisten Fällen kaum möglich, erklärt Henning Kühl, Chefaktuar bei Policen Direkt. „Standmitteilungen erfüllen ihren Zweck in vielen Fällen nicht. Wer wissen will, was seine Lebensversicherung wert ist, muss bei den Versicherern mitunter nachfragen und einen Taschenrechner zur Hilfe nehmen.“

Mustervorschlag „Lectus“

Um den Wildwuchs bei den Standmitteilungen zu bändigen, hat Policen Direkt gemeinsam mit dem Bundesverband für Vermögensanlagen im Zweitmarkt für Lebensversicherungen (BVZL) einen Vorschlag für eine allgemeinverbindliche Standmitteilung erarbeitet.

Die Musterstandmitteilung „Lectus“ (Link zum PDF-Download) gehe über die Muster-Standmitteilungen des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) hinaus, so Kühl. „Der GDV ging mit seinem Vorschlag in richtige Richtung.“ Doch bislang erreiche kein Versicherer das Niveau des unverbindlichen Vorschlages.

Kühl zufolge sollte eine gute Standmitteilung Antworten auf die folgenden fünf Fragen liefern:

  1. Wieviel wurde bis heute in die Lebensversicherung einbezahlt?
  2. Wieviel ist bis zum Ende der Vertragslaufzeit zu bezahlen?
  3. Welchen Betrag gibt es garantiert aus dem Vertrag?
  4. Welchen Betrag gibt es für die Angehörigen bei Tod des Versicherten?
  5. Was wird bei einer Vertragskündigung ausgezahlt?