Neues aus dem BlackRock-Blog „Wir müssen uns an negative Marktimpulse gewöhnen“

Die gute Nachricht: der Markt hat bereits sehr viele negative Nachrichten aus China eingepreist. (Foto: Getty Images)

Die gute Nachricht: der Markt hat bereits sehr viele negative Nachrichten aus China eingepreist. (Foto: Getty Images)

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China befindet sich im Wandel hin zu einer stärker konsumorientierten Volkswirtschaft. Insbesondere die Unsicherheit darüber, in welchen Bahnen und mit welchem Tempo dieser Wandel verläuft, hält die Investorenschar weltweit in Atem. Ein Blick auf die Fakten lässt rasch erahnen, warum die Entwicklungen so bedeutsam sind: China war 2015 für rund ein Drittel des weltweiten Wachstums verantwortlich und bei vielen Rohstoffen steht China fast für etwa die Hälfte der weltweiten Nachfrage. Deutschlands Wirtschaft ist ebenfalls stark betroffen – etwa 13 Prozent ihres Umsatzes erzielen DAX-Unternehmen in China.

Die jüngste Nervosität an den Börsen war also durchaus nachvollziehbar. Der Mix aus einer vermeintlichen Überforderung der chinesischen Regierung mit der Liberalisierung der Märkte sowie schwächeren Fundamentaldaten aus China ist Gift für die Märkte.

Eine schlechte Nachricht…

Was die Zukunft betrifft, dürfte die schlechte Nachricht lauten: aufgrund der Unklarheit darüber, wie es um Chinas Wirtschaft tatsächlich bestellt ist, werden wir uns an negative Marktimpulse aus China gewöhnen müssen. Jede veröffentlichte schwache Konjunkturzahl wird Spekulationen über eine harte Landung der chinesischen Wirtschaft schüren und hat entsprechend das Potenzial, Schockwellen um den Globus zu senden.

Kapitalabflüsse, die ihre Ursache auch in der US-Zinswende haben, setzen die Regierung zusätzlich unter Druck. Ein marktverträgliches Management dieser Abflüsse wäre wichtig, wird aber bei weitem keine Selbstverständlichkeit sein – Chinas Regierung muss verloren gegangenes Vertrauen an dieser Stelle dringend wiederherstellen.

…und eine gute Nachricht

Aus Investorensicht lautet die gute Nachricht: der Markt hat bereits sehr viele negative Nachrichten aus China eingepreist. Gerade europäische Unternehmen mit einem starken Cash-Flow sind aus unserer Sicht nach der Neubewertung besonders attraktiv. Auch entstandene Bewertungsunterschiede auf den chinesischen Märkten bieten interessante Opportunitäten.

Chinas Regierung hat in der Vergangenheit bereits bewiesen, dass sie in der Lage ist, der Wirtschaft entscheidend unter die Arme zu greifen. Sollte dies erneut gelingen, wären wohl viele Anleger zurecht um viele Sorgen ärmer.