Star-Fondsmanager Bert Flossbach setzt auf Gold „als Versicherung gegen systemische Krisen“

Bert Flossbach ist Fondsmanager des Flossbach von Storch Multiple Opportunities. | © Jürgen Bindrim

Bert Flossbach ist Fondsmanager des Flossbach von Storch Multiple Opportunities. Foto: Jürgen Bindrim

„Wir planen mit rund 5 bis 15 Prozent Gold - als Versicherung gegen systemische Krisen“, zitiert das Wirtschaftsmagazin Capital aus einem Interview mit Bert Flossbach. Der Vorstand der Kölner Vermögensverwaltung Flossbach von Storch ist unter anderem für das Portfolio des Flossbach von Storch Multiple Opportunities (ISIN: LU0323578657) verantwortlich. Bei diesem Mischfonds sind bis zu 15 Prozent in direkten Gold-Anlagen erlaubt.

Gegen das Direkt-Investment in Edelmetalle sprach bisher zwar unter anderem, dass sie gegenüber dem Kauf von Wertpapieren mit zusätzlichen Kosten verbunden sind. Doch dieser Nachteil sei inzwischen nicht mehr relevant. „Für die Lagerung von physischem Gold zahlen wir rund 0,1 Prozent pro Jahr“, rechnet Flossbach vor. Die Strafzinsen auf Bar-Einlagen lägen höher. „Das Argument, dass Gold keine Zinsen abwirft, verkehrt sich plötzlich zum Kaufargument: Es kostet fast nichts.“

Prognosen „liegen stets meilenweit daneben“

Anlass für Gold-Investments ist für Flossbach die Gefahr wieder steigender Inflationsraten, die nicht zu unterschätzen sei: „Aktienkurse, Immobilienpreise und damit auch Mieten - alles steigt. Die Wahrscheinlichkeit, dass die Güterpreise irgendwann folgen, wächst, auch wenn es kaum möglich ist, den exakten Zeitpunkt vorherzusagen.“

Ähnliche Prognosefehler sieht der Kölner Fondsmanager auch bei Aussagen zu den Terminen weiterer Zinserhöhungen in den USA: „Das einzige Verlässliche an deren Prognosen ist, dass sie stets meilenweit danebenliegen.“ Flossbach zufolge stammen die Aussagen der US-Notenbank-Gouverneure über weitere Zinsschritte meist von Leuten, deren einziges Vergnügen es sei, auf irgendwelchen Treffen am Wochenende vage Andeutungen über die Zinsentwicklung zu machen und damit den Dollar ein halbes Prozent zu bewegen.“