US-Markt Goldman Sachs: In diesen 3 Branchen lohnt sich ein Aktienkauf

Goldman Sachs Hauptsitz in New York | © Getty Images

Goldman Sachs Hauptsitz in New York Foto: Getty Images

Eine mögliche Steuerreform, die Stärke des Dollar und das Tempo beim Lohnzuwachs dürften in diesem Jahr den Ton für den US-Markt angeben, schrieben der Chefstratege für US-Aktien bei Goldman Sachs, David Kostin, und sein Team in einer Mitteilung an die Kunden der Bank. Hier sind die Gründe, die sie für ihre Beurteilung anführen:

Steuerreform

„Eine Reform der Unternehmenssteuern gibt viel Grund zur Hoffnung“, erklärten die Strategen in ihrem Papier. Das gelte besonders für Branchen mit tendenziell höheren Steuersätzen. Dazu zählen etwa breit aufgestellte Einzelhändler, die alle möglichen Waren des täglichen Bedarfs anbieten, Energieerzeuger und die Hersteller von Konsumgütern.

Es ist noch nicht klar, wie die von Trump vorgeschlagenen Schritte aussehen werden, wenn sie den US-Kongress letztendlich komplett durchlaufen haben. Daher erstellte Goldman Sachs eine Tabelle dazu, wie sich verschiedene Szenarien auf die Gewinne der Unternehmen auswirken würden, die im Leitindex S&P 500 abgebildet sind. Eine Senkung des Satzes auf inländische Erträge von derzeit 35 Prozent auf nur noch 25 Prozent beispielsweise dürfte den Gewinn des Unternehmens in dem Börsenbarometer demnach um acht Prozent klettern lassen.

Devisenmärkte

Der Dollar hat seit der Wahl von Trump zum US-Präsidenten dramatisch an Wert gewonnen. Investoren spekulierten, dass seine Schritte das Binnenwachstum ankurbeln werden. Trotz der jüngsten Aufwertung des Dollar glaubt Goldman Sachs, dass es noch Luft nach oben gibt - falls es Trump gelingt, die in Aussicht gestellten Infrastrukturausgaben durchzusetzen und einige aufsichtsrechtliche Bestimmungen zurückzufahren. Vor diesem Hintergrund sollten ganz klar Aktien jener Unternehmen gekauft werden, die einen hohen Anteil ihres Umsatzes in den USA erzielen. 

Lohnzuwachs

US-Angestellte werden langsam wieder stärkere Lohnzuwächse verzeichnen, während sich die Lage am Arbeitsmarkt anspannt. Das sind tolle Nachrichten für den Otto Normalverbraucher. Doch Firmen, die hohe marginale Arbeitskosten haben, könnten unter Druck geraten.

In der Tat ging es bei den Löhnen zuletzt so stark bergauf wie seit dem Ende der jüngsten Rezession nicht mehr - der durchschnittliche Stundenlohn schoss 2,9 Prozent nach oben. Fastfood-Ketten und Einzelhändler werden möglicherweise mit ansehen müssen, wie ihre Gewinne wegen der steigenden Kosten fallen.

Ausblick

Unter dem Strich prognostiziert Goldman Sache für die kommenden Jahre, dass sie für Investoren in US-Aktien nicht so erfreulich sein werden. Zwar gehen die Strategen der US-Bank davon aus, dass der S&P 500 Index in den ersten drei Monaten des laufenden Jahres auf 2400 Punkte anziehen wird. Doch für das Ende des Jahres erwarten sie einen Stand von lediglich 2300 Zählern. Das wäre für das Gesamtjahr 2017 gerade einmal ein Plus von 2,3 Prozent.

Die Basis für ihren moderaten Pessimismus bildet die Annahme, dass die Erwartung einer grundlegenden Steuerreform zwar im ersten Quartal einen gewissen Schwung auslösen wird, doch einiges dessen wohl im weiteren Jahresverlauf verpufft. Das gelte besonders dann, wenn die beschlossenen Schritte sich am Ende nicht als derart unternehmensfreundlich entpuppen würden, wie es derzeit am Markt erwartet wird.