Weltwirtschaft: Ende gut, alles gut?

Thomas Stucki

Thomas Stucki

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Thomas Stucki ist Investmentchef der St. Galler Kantonalbank Deutschland (SGKB-Gruppe)

Die globalen Aktienmärkte haben den Notenbanken in diesem Jahr viel zu verdanken. Die Europäische Zentralbank (EZB) hat mit ihrer Bereitschaft, in großem Stil Anleihen von Krisenstaaten zu kaufen, die Situation an den Märkten deutlich entspannt.

Mit dieser Entscheidung hat die EZB die Gefahr gravierender Ereignisse für das gesamte Wirtschaftssystem verringert und die Karten neu gemischt. Der vielfach befürchtete Zahlungsausfall des wichtigen Eurolands Spanien konnte mit der Hilfe der Notenbank verhindert werden.

US-Erholung in Gefahr


Auch die Wiederbelebung der US-Wirtschaft ließ auf global positive Wirkung hoffen. Die erstarkten USA sollten über verschiedene Kanäle die weltweite Konjunktur antreiben und schließlich zu steigenden Börsenkursen führen. Doch nun ist dieser Treiber in Gefahr.

Anfang des Monats sind wir noch davon ausgegangen, dass die starke US-Wirtschaft eine Jahresendrally für Aktien möglich macht. Inzwischen sind wir da etwas skeptischer. Mit dem Ende des US-Wahlkampfs wurden die Märkte unruhiger und tendierten deutlich schwächer.

Nach dem Ende des Wahlkampfs werden Obamas Kritiker wieder laut Mit dem Wahlentscheid schwenkte der Fokus der Medien auf die Widerstände, denen sich der wiedergewählte Präsident in den nächsten Wochen und Monaten stellen muss.

Besonders prominent ist im Moment die Thematik rund um das sogenannte Fiscal Cliff. Hierbei ist von Steuererleichterungen sowie Einsparungen von rund 650 Milliarden US-Dollar (503 Milliarden Euro) die Rede. Wird der US-Kongress alle Steuererleichterungen und Sparmaßnahmen auslaufen lassen und die US-Wirtschaft in die Rezession stürzen?

Wir glauben das nicht und sind überzeugt, dass nach dem üblichen politischen Ringen eine wirtschaftsfreundliche Lösung gefunden wird. Im ersten Quartal 2013 muss auch die Schuldenobergrenze in den USA angehoben werden. Das ist an sich ein formaler Akt, der den politischen Akteuren aber viel Raum fürs Schaulaufen lässt. Entsprechend groß wird das mediale Echo ausfallen.