World Gold Council „Kryptowährungen sind kein Ersatz für Gold“

Exemplarisch geprägte Bitcoin-Münze: Kryptowährungen sind kein Gold-Ersatz, sagt das World Gold Council. | © Getty Images

Exemplarisch geprägte Bitcoin-Münze: Kryptowährungen sind kein Gold-Ersatz, sagt das World Gold Council. Foto: Getty Images

Einige Marktbeobachter betrachten Kryptowährungen schon als etablierte Anlageklasse, empören sich Spezialisten der Minenbetreiber-Lobby-Organisation World Gold Council in einem aktuellen Kommentar. Manch ein Finanzmarkt-Spezialist sehe in Kryptowährungen sogar eine Konkurrenz für Gold als krisenbeständige Währung. Das mögen die Edelmetall-Profis nicht auf sich sitzen lassen. Sie zählen Merkmale auf, die ihrer Meinung nach die Gold von Kryptowährungen unterscheiden:

Gold ist weniger schwankungsanfällig

Außer einem starken Anstieg direkt nach der Preisfreigabe Anfang der 70er Jahre habe der Goldpreis in den vergangenen 40 Jahren vergleichsweise moderat geschwankt. Bitcoin ist dagegen 2017 um das 13-Fache gestiegen - und im Dezember mal eben um 40 Prozent eingebrochen, argumentieren die Gold-Spezialisten.

Gold ist liquider

Kryptowährungen werden weniger stark hin und her gehandelt als Gold. Bislang setzten Krypto-Anleger eher auf Buy-and-hold, führen die Experten des World Gold Council ins Feld. Vermutlich werden Kryptowährung als Anlagegegenstand eher von spekulativen Anlegern nachgefragt, vermuten die Kommentatoren. Es gebe auch Hinweise auf hohe Transaktionskosten bei Kryptowährungen.

Goldnachfrage komme von unterschiedlichen Seiten

Gold werde von Zentralbanken, insitutionellen und Privatanlegern nachgefragt. Auch in der Schmuckherstellung findet Gold Verwendung – und in der Industrie: Gold ist in Computer-Chips enthalten, mit deren Hilfe Bitcoin überhaupt erst erschaffen werden, teilen die Gold-Spezialisten einen Seitenhieb in Richtung Kryptowährungen aus. Bitcoin werde dagegen bislang vor allem als elektronisches Zahlungsmittel verwendet.

Das Goldangebot wird mehr vom Markt bestimmt

Zwar ist der Rohstoff Gold ein rares Gut und auch Bitcoin gibt es nur in endlicher Menge. Hier enden jedoch nach Meinung der Edelmetall-Verteidiger die Gemeinsamkeiten. Denn für Gold gebe es einen regen Zweitverwendungs-Markt. Während Gold zudem einzigartig sei, unterliege Bitcoin der wankelmütigen Anlegerstimmung. Und die finden möglicherweise demnächst eine andere Kryptowährung besser.

Gold ist reguliert

Viele Märkte haben dem Goldhandel einen Rahmen gesteckt. Bei Bitcoin ist vieles noch nicht entschieden worden – Anleger könnten ein böses Erwachen erleben. Als ungünstig für die Zukunft von Kryptowährungen werten des die Autoren, dass große Einzelhändler und Plattformen wie Walmart und Amazon Bitcoin als Transaktionswährung nicht zulassen.

Gold ist schon lange da

Ein beliebtes Argument von Gold-Liebhabern: Gold hat sich in der Vergangenheit bereits in vielfacher Hinsicht bewiesen, auch als Geld-Alternative in Inflationszeiten. Es diversifiziert ein Portfolio. Und es dient als Sicherung bei fallenden Märkten, da das Edelmetall zu den Aktienmärkten negativ korreliert sei. Der Markt der Kryptowährungen dagegen ist noch sehr jung, erinnern die Spezialisten vom World Gold Council. Dagegen musste sich Bitcoin noch gar nicht beweisen: Die Kryptowährung ist in ein Bullen-Umfeld mit wenigen Rücksetzern hineingeboren worden.