Dauer der Kapitalbindung Drei Gründe, warum die Steuerung der Duration ein wichtiger Erfolgsfaktor ist

Oldtimer-Treffen auf Schloss Dyck: Kaufen und halten zahlt sich auch bei Festverzinslichen aus; eine höhere Duration bietet angesichts niedriger Zinsniveaus eine wichtige zusätzliche Renditequelle | © Getty Images

Oldtimer-Treffen auf Schloss Dyck: Kaufen und halten zahlt sich auch bei Festverzinslichen aus; eine höhere Duration bietet angesichts niedriger Zinsniveaus eine wichtige zusätzliche Renditequelle Foto: Getty Images

1. Duration ist eine unterschätzte Renditequelle

Wer eine Anleihe kauft, verleiht Geld und bekommt dafür Zinsen. Für deren Höhe spielt das Risiko, dass der Schuldner zum Ende des Geschäfts seine Schuld nicht begleichen kann, eine entscheidende Rolle. Meistens schauen Anleger auf die Wahrscheinlichkeit einer Pleite, anders gesagt die Bonität des Schuldners, um dieses Risiko abzuschätzen.

Doch hängt das Risiko auch stark davon ab, wie lang das Leihgeschäft dauert. Wer sein Geld schon nach zwei Jahren wieder zurückhat, geht eben weniger Risiken ein als der, der es für zehn Jahre verleiht. Es ist nur logisch, dass es für das zweite Geschäft deutlich höhere Zinsen gibt. So lag nach Angaben der Bundesbank die Rendite für eine deutsche Staatsanleihe mit zehn Jahren Restlaufzeit Anfang Juli bei plus 0,43 Prozent, die einer zweijährigen Anleihe dagegen bei minus 0,59 Prozent (Stand: 3. Juli 2017) – also mehr als einen Prozentpunkt niedriger.

Wer die Duration beziehungsweise Kapitalbindungsdauer in seinem Anleiheportfolio verkürzt, verzichtet also auf erhebliche Erträge. Umgekehrt bietet eine höhere Duration gerade in Zeiten niedriger Zinsniveaus eine wichtige zusätzliche Renditequelle.

2. Die Zinssensitivität von Langläufern wird überschätzt

Obwohl die Rendite darunter leidet, verkürzen derzeit auch viele professionelle Anleger die Duration in ihren Anleiheportfolios. Der Grund: Sie fürchten, dass der Kurs von Anleihen mit längeren Laufzeiten besonders stark leidet, wenn die allgemeinen Marktzinsen steigen.

Richtig ist: Je länger eine Anleihe läuft, desto sensibler reagiert ihr Kurs auf allgemeine Renditeänderungen. Schließlich stehen bei Langläufern noch viele Zinszahlungen an die Investoren aus – die bei einem allgemein steigenden Zinsniveau weniger attraktiv werden als jene Zinsen, die eine neue Anleihe bietet. Wer nun allerdings stattdessen Kurzläufer kauft, zahlt dafür den Preis deutlich geringerer Zinsen. Das muss man abwägen.

Dabei hilft vor allem die Kennziffer „Modified Duration“. Sie gibt an, um wie viel Prozent der Kurs einer Anleihe sinkt, sollten die Zinsen um einen Prozentpunkt steigen. Wer diesen Wert kennt und vergleicht, weiß, was im Portfolio los ist, sollten die Zentralbanken hier oder anderswo die Zinsen erhöhen. Sorgen machen muss man sich auch dann aber nicht direkt. Denn ein Kursverlust einer Anleihe sieht zwar auf dem Papier nicht schön aus, macht aber nicht viel aus, wenn man den Titel bis zum Ende der Laufzeit behält und der Schuldner alles zurückzahlt. Dann war der Kursverlust bloß virtuell – und die Duration nur der Preis dafür, sein Geld längere Zeit nicht ohne Verlust anderswo zu höheren Zinsen anlegen zu können.

3. Durationsmanagement erhöht die Diversifikation

Der am meisten unterschätzte Beitrag einer höheren Duration auf ein Anlageportfolio: Anleger können damit die Abhängigkeit vom Aktienmarkt verringern. Denn kurz laufende Anleihen entwickeln sich in vielen Fällen tatsächlich recht ähnlich wie Aktien, steigen und fallen also im Takt mit den Börsen. Die Korrelation länger laufender Anleihen zum Aktienmarkt ist deutlich geringer. Wer also Rentenpapiere auch nutzen will, um sich gegen Schwankungen am Aktienmarkt abzusichern, der kann dieses Ziel mit einer höheren Duration besser erreichen.

Hintergrund: Was misst die Modified Duration?

Die sogenannte Modified Duration ist das bekannteste Maß dafür, wie sensibel eine Anleihe auf Zinsänderungen reagiert. Anders als die Duration, die die durchschnittliche Kapitalbindungsdauer einer Anleihe in Jahren angibt, ist die Modified Duration eine Verhältniszahl, die die relative Wertschwankung einer Anleihe bei einer Zinsänderung angibt. Sie lässt sich berechnen aus der Duration dividiert durch den Zins. Eine Anleihe mit einer Duration von 6,5 Jahren und einem Zins von 4 Prozent hat damit eine Modified Duration von 6,5 / 1,04 = 6,25. Das bedeutet, dass der Kurs dieser Anleihe um ungefähr 6,25 Prozentpunkte sinken wird, wenn der Marktzins um einen Prozentpunkt steigt.

Das könnte Sie auch interessieren:

Fixed Income: Die richtigen Anleihen für harte Zeiten. Mehr erfahren

Anleihemarkt: Warum flexible Fondsstrategien jetzt so wichtig sind. Hier informieren

Strategie: Porträt des Fidelity Flexible Bond Fund. Überblick verschaffen

Eine Anlageentscheidung sollte in jedem Fall auf Grundlage der wesentlichen Anlegerinformationen, des letzten Geschäftsberichtes und – sofern nachfolgend veröffentlicht – des jüngsten Halbjahresberichtes getroffen werden. Diese Unterlagen sind die allein verbindliche Grundlage des Kaufes und können kostenlos bei der FIL Investment Services GmbH, Postfach 200237, 60606 Frankfurt/Main oder über www.fidelity.de angefordert werden. Die FIL Investment Services GmbH veröffentlicht ausschließlich produktbezogene Informationen, erteilt keine Anlageempfehlung/Anlageberatung und nimmt keine Kundenklassifizierung vor. Diese Informationen dürfen ohne vorherige Erlaubnis weder reproduziert noch veröffentlicht werden. Wertentwicklungen in der Vergangenheit sind keine Garantie für zukünftige Erträge. Der Wert der Anteile kann schwanken und wird nicht garantiert. Fremdwährungsanlagen sind Wechselkursschwankungen unterworfen. Fidelity, Fidelity International, das Fidelity International Logo und das „F-Symbol“ sind Markenzeichen von FIL Limited. Herausgeber: FIL Investment Services GmbH, Kastanienhöhe 1, 61476 Kronberg im Taunus. Stand, soweit nicht anders angegeben: 30.07.2017. MK9376