Kreuzfahrtindustrie boomt Warum sich eine Anlage in Meerestourismus lohnt

Der Kreuzfahrtschiff „Symphony of the Seas“ vom Anbieter Royal Caribbean Cruises verlässt den Hafen von  Saint-Nazaire in Frankreich.  | © Getty Images

Der Kreuzfahrtschiff „Symphony of the Seas“ vom Anbieter Royal Caribbean Cruises verlässt den Hafen von Saint-Nazaire in Frankreich. Foto: Getty Images

Adrian Roestel

Früher waren es eher ältere Herrschaften, die eine Kreuzfahrt buchten und in See stachen. Doch das hat sich in den vergangenen 20 Jahren erheblich geändert. Inzwischen sind fast 40 Prozent aller Kreuzfahrturlauber zwischen 20 und 50 Jahre alt, wie eine Analyse der Cruise Lines International Association (CLIA), dem weltweit größten Branchenverband, ergeben hat.

Die Kreuzfahrtindustrie hat diesen Trend längst erkannt und versucht, mit speziellen Angeboten die jüngeren Gäste zufriedenzustellen. So sind auf den riesigen Schiffen, die zum Teil deutlich mehr als 300 Meter lang sind, zweistöckige Gokartbahnen, Kletterhallen oder Eislaufarenen keine Seltenheit mehr.

Neue Reiselust in Asien

Der Markt boomt. In den vergangenen zehn Jahren ist die Zahl der Meerestouristen um mehr als 60 Prozent auf 25 Millionen Urlauber gestiegen. Auffallend ist das hohe Wachstum in Asien mit über 100 Prozent, gefolgt von Europa mit knapp 60 Prozent. Nordamerika legte nur um 30 Prozent zu. Der asiatische Markt ist somit für die Cruiser-Branche von ganz besonderer Bedeutung, allen voran der chinesische. Mit 145 Millionen internationalen Touristen ist China der größte Outbound-Markt (Urlauber jenseits des eigenen Landes) weltweit. 1,5 Prozent davon schippern gerne über die Meere.

Schätzungen gehen davon aus, dass die Zahl der chinesischen Outbound-Touristen bis 2020 auf 200 Millionen steigen wird. China wird zum größten Kreuzfahrtmarkt der Welt aufsteigen. Kein Wunder also, dass die großen Reeder seit Jahren nach China streben, zumal der Umsatzanteil mit chinesischen Urlaubern am Gesamtumsatz noch überschaubar ist. Vor diesem Hintergrund ist auch das Joint Venture zu sehen, welches Carnival Corporation aus England, das größte Kreuzfahrtunternehmen der Welt, 2015 mit der China State Shipbuilding Corporate gegründet hat.

Viele Anbieter börsennotiert

Zählt man die rund 300 Schiffe zusammen, die derzeit über die Weltmeere kreuzen, stehen etwa 500.000 Betten zur Verfügung. Bis 2022 wird ein Anstieg von über 35 Prozent erwartet, 70 neue Dampfer sollen auf den Markt kommen. Aktuell ist die „Symphony of the Seas“ das größte Schiff. Auf dem Megacruiser können fast 6.700 Passagiere an Bord gehen, die auf ihrer Tour von knapp 2.200 Besatzungsmitgliedern bedient und begleitet werden. Zu den Highlights an Bord gehören zwei zehn Decks hohe Rutschen am Heck des Schiffes, drei weitere Wasserrutschen, 13 Meter hohe Kletterwände, eine Seilrutsche und zwei künstliche Wellenbecken zum Surfen.

Aus Sicht eines Investors lohnt sich der Blick auf die großen Schifffahrtsunternehmen. Zumal es diverse börsennotierte Gesellschaften gibt. Das anhaltend stabile Wachstum, die Aussicht auf die Erschließung weiterer Märkte, allen voran in Asien, sprechen dafür, dass ein Investment in diesem speziellen Markt einen interessanten Renditebeitrag im Depot bringen könnte. Die Bilanzqualität und die Ausschüttungspolitik runden das Bild für eine Anlage in diesen Unternehmen ab.