Neues aus dem BlackRock-Blog Lorbeer-Vorschuss für Trump

Donald Trump bei seiner Rede nach dem Wahlsieg. | © Getty Images

Donald Trump bei seiner Rede nach dem Wahlsieg. Foto: Getty Images

Der Wahlsieg Donald Trumps hat auch uns überrascht. Was uns allerdings nicht überrascht hat, war die Marktreaktion nach Bekanntwerden des Wahlergebnisses. Wir haben im Vorfeld der US-Präsidentschaftswahl häufiger thematisiert, dass wir nicht an einen Ausverkauf im Falle eines Trump-Sieges glauben, sondern eher an den Pragmatismus der Anleger und eine grundsätzlich andere Herangehensweise bei der Bewertung von politischen Risikoereignissen. Anstatt den Kopf in den Sand zu stecken, verteilen Anleger Vorschusslorbeeren und setzen ganz offensichtlich auf eine Hausse beziehungsweise ein Reflationsszenario in den USA – mit durchaus bedeutsamen Auswirkungen für die verschiedenen Asset-Klassen.

Eine Präsidentschaft Trumps könnte offenbar aus Sicht vieler Anleger – zumindest anfänglich – zu deutlich mehr Inflation und womöglich auch zu mehr Wachstum führen. Inflationserwartungen auf beiden Seiten des Atlantiks steigen, wobei der Anstieg in den USA gegenwärtig noch deutlich ausgeprägter ist als in Europa. Eine Leitzinsanhebung durch die US-Notenbank Federal Reserve (Fed) im Dezember könnte somit nicht nur auf dem Tisch bleiben sondern ist wenige Tage nach der Wahl mit einer Wahrscheinlichkeit von fast 80 Prozent auch nach dem Wahlergebnis immer noch klar eingepreist.

Fokus auf Aktien

Die Rückkehr von Inflation wird in einer Welt mit hohen Schulden äußerst positiv gesehen. Positiv aber auch für Unternehmen, die bei steigenden Preisen wieder Aussicht auf steigende Margen und einen erhöhten Preisüberwälzungsspielraum haben. Steigende Staatsausgaben, weniger Regulierung und weniger Steuern, wie von Trump geplant, sind zudem Argumente für sprudelnde Unternehmensgewinne, sodass selbst ein erwarteter steilerer US-Zinsanstiegspfad (der aktuell ebenfalls eingepreist wird) die Attraktivität von Aktien aus Sicht der Investoren nicht schmälert.

Auch wenn es angesichts der Unsicherheit in Bezug auf Trumps Reformagenda noch viel zu früh ist, konkrete Prognosen abzugeben, könnte eine Präsidentschaft Trumps nach Jahren unterdurchschnittlichen Wachstums tatsächlich – gewollt oder ungewollt – zu einer Art Wiedergeburt von „Boom-und-Bust“-Zyklen führen: ein mögliches stärkeres Wachstum in 2017 – gefolgt allerdings von einer vermutlich höheren Rezessionswahrscheinlichkeit ab dem Jahre 2018.

„Schwere Zeiten für Anleihemärkte“

Erstmal liegt der Fokus nun aber offenbar auf der Rückkehr der Inflation und nicht auf den möglichen negativen Begleiterscheinungen seiner in Aussicht gestellten Politik. In einer Welt mit höheren Preissteigerungsraten und zumindest kurzfristig stärkerem Wachstum sind „reale“ Anlageklassen zu bevorzugen, die in gewisser Weise vor Inflation schützen. Dazu zählen neben Sachwerten wie Immobilien und Rohstoffe aus den eben genannten Gründen auch Aktien. Gold fällt ebenfalls in diese Kategorie.

Nominale Assets sind hingegen solche, die bei steigender Inflation an Wert verlieren. Hierzu zählen in allererster Linie Währungen und festverzinsliche Wertpapiere. Steigen die Inflationserwartungen, sind meist steigende Zinsen am Anleihenmarkt die Folge, sodass die Kurse von Anleihen nachgeben. 2017 könnte also durchaus ein schweres Jahr für die Anleihenmärkte werden.