Pareton Jens Spahn will Fintech-Beteiligung wieder aufgeben

Finanzstaatssekretär Jens Spahn will seine Beteiligung an Pareton wieder verkaufen | © Jörg Rüger

Finanzstaatssekretär Jens Spahn will seine Beteiligung an Pareton wieder verkaufen Foto: Jörg Rüger

In der vergangenen Woche war bekannt geworden war, dass Finanzstaatssekretär Jens Spahn sich an dem Fintech Pareton beteiligt hat. Spahn hatte 15.000 Euro in das Unternehmen investiert. Für seinen finanziellen Einsatz hatte er als sogenannter Business Angel nach eigener Auskunft einen staatlichen Zuschuss von 20 Prozent kassiert, in dem Fall müssen das 3.000 Euro gewesen sein.

Die Nachricht von Spahns Beteiligung sorgte für Kritik von Seiten der SPD, der Grünen und der Linken: Das Finanzministerium ist die Behörde, die auch für das Steuersoftware-Start-up Pareton zuständig ist. Spahn befinde sich in einem Interessenkonflikt, wurde dem CDU-Politiker vorgeworfen.

Obwohl Spahn die Vorwürfe als ungerechtfertigt bezeichnet und auch das Finanzministerium die Beteiligung für unbedenklich hält, will sich der CDU-Politiker jetzt wieder von seinem Investment trennen. Er suche aktuell einen Käufer, sagte Spahn der Süddeutschen Zeitung. Den staatlichen Zuschuss, den er für seine Beteiligung erhalten habe, wolle er zurückzahlen.

Spahn hatte gegenüber der Bild-Zeitung sein Investment zunächst mit den Worten verteidigt: „Als Politiker, der viel mit Start-up-Unternehmen zu tun hat, kann es nicht schaden, auch mal in Wagniskapital zu investieren.“

Über die Hintergründe von Pareton war Jens Spahn als Fintech-Beauftragter der Bundesregierung offenbar gut informiert. Das Branchenportal Finanz-Szene.de hat als Antwort auf eine Anfrage aus dem Finanzministerium erfahren: Pareton war eines von 346 Fintechs, die das Ministerium im vergangenen Jahr untersucht hatte. Ende November hatte Jens Spahn die Ergebnisse der Studie zum deutschen Fintech-Markt gemeinsam mit dem Trierer Betriebswirtschafts-Professor Lars Hornuf auf der „hub conference“ in Berlin vorgestellt.