Raus aus dem Keller Fitch stuft Griechenland herauf

Der Wirtschafts- und Währungskommissar der EU-Kommission, Pierre Moscovici (rechts), trifft sich mit Griechenlands Premierminister Alexis Tsipras: Im August könnte das Land den Rettungsschirm verlassen, schätzen Rating-Analysten | © Getty Images

Der Wirtschafts- und Währungskommissar der EU-Kommission, Pierre Moscovici (rechts), trifft sich mit Griechenlands Premierminister Alexis Tsipras: Im August könnte das Land den Rettungsschirm verlassen, schätzen Rating-Analysten Foto: Getty Images

Griechenland löst sich weiter von seinem Image als mieser Schuldner. Jetzt stufte die US-Rating-Agentur Fitch das Land um eine Stufe von B- auf B herauf. Mit positivem Ausblick. Als guter Schuldner gilt man ab einer Note von BBB-, dann hat man die sogenannte Investmentqualität. Für Griechenland bedeutet das noch fünf weitere Stufen.

Interessant sind die offiziellen Gründe. So bemerken die Fitch-Analysten, dass sich die Nachhaltigkeit der Staatsschulden verbessert. Hier helfen das stärkere Wirtschaftswachstum und gesunkene politische Risiken. Zudem erwarte man weitere Schuldenhilfen von der Eurogruppe. Insgesamt mache Griechenland gute Fortschritte auf dem Weg dahin, bald wieder eigene Anleihen an den Finanzmärkten platzieren zu können, heißt es weiter. Bis August 2018 werden sich Griechenland und seine Gläubiger einigen können, um das Hilfsprogramm aus dem europäischen Rettungsschirm ESM zu beenden.

Einige weitere Vorteile sieht Fitch hier:

  • Die Politik hat sich stabilisiert
  • Die Banken gehen ihre Probleme ernsthaft an
  • Investitionsstau, sinkende Arbeitslosigkeit und abgearbeitete Rückstände der Regierung fördern inländische Nachfrage
  • Bereits im Januar war Fitchs Konkurrent Standard & Poor’s (S&P) den selben Schritt gegangen und Griechenlands Rating von B- auf B erhöht.

Und das erwartet der Internationale Währungsfonds von Griechenland für 2018

  • Wirtschaftswachstum: 2,6 Prozent
  • Inflation: 1,3 Prozent
  • Arbeitslosenquote: 20,7 Prozent
  • Saldo der Staatsfinanzen: minus 1,1 Prozent
  • Primärüberschuss (Staatssaldo vor Zinsen): 2,2 Prozent
  • Staatsschulden, gemessen an der jährlichen Wirtschaftsleistung: 184,5 Prozent