Reißleine GAM macht Haywood-Fonds dicht

War lange für Anleihestrategien bei GAM verantwortlich: Fondsmanager Timothy „Tim“ Haywood | © Julius Bär

War lange für Anleihestrategien bei GAM verantwortlich: Fondsmanager Timothy „Tim“ Haywood Foto: Julius Bär

Der Krach bei der Schweizer Fondsgesellschaft GAM geht weiter. Jetzt schließt sie alle Rentenfonds mit uneingeschränkter Absolute-Return-Strategie. Somit kann seit 31. Juli 2018 niemand mehr in die Fonds einsteigen oder Anteile zurückgeben. Das gibt das Unternehmen bekannt. Damit reagiert GAM darauf, dass Anleger zuletzt derart hohe Summen abziehen wollten, dass man die Strategie der Fonds gefährdet sieht. Betroffen sei ein Anlagevolumen von umgerechnet rund 6,3 Milliarden Euro. Folgende Fonds sind betroffen:

In Luxemburg:

  • GAM Multibond Absolute Return Bond (LU0186677893)
  • GAM Multibond Absolute Return Bond Plus (LU0256047506)
  • GAM Multibond Absolute Return Bond Defender (LU0363795450)

Bei GAM Star Fonds plc:

  • GAM Star Absolute Return Bond (IE00B7LFXB41)
  • GAM Star Absolute Return Bond Defender (IE00B4RJ6431)
  • GAM Star Absolute Return Bond Plus (IE00B5KLLT32)
  • GAM Star Dynamic Global Bond (IE00B5L8YJ49)

Cayman-Fonds:

  • GAM Unconstrained Bond
  • GAM Absolute Return Bond Master

Hintergrund ist der Umstand, dass GAM den verantwortlichen Fondsmanager und Geschäftsleiter Timothy „Tim“ Haywood beurlaubte. Er habe gegen Risiko- und Dokumentationsrichtlinien verstoßen. Schaden sei dadurch aber nicht entstanden. Die Ermittlungen laufen.

Laut GAM prüfen jetzt die Fonds-Verwaltungsräte, wie man mit den Fonds weiter umgeht. Dabei komme es sogar infrage, die Fonds aufzulösen und abzuwickeln. Bei der ganzen Sache betont man, dass man sich im „aktiven Austausch mit Kunden“ befinde und so schnell wie möglich eine Lösung finden wolle. Solange wolle man auf die Verwaltungsgebühren verzichten.

Derweil bricht die GAM-Aktie ein. Zurzeit (11.45 Uhr) liegt sie im Vergleich zum Vortagesschluss in Schweizer Franken rund 14 Prozent im Minus. Im Vergleich zum 30. Juli beträgt der Verlust schon fast 25 Prozent. Kein Wunder, als GAM am 31. Juli die Fonds dichtmachte, stürzte die Aktie ab.