Rentenfonds Welche Anleihestrategien sind noch sinnvoll?

Bonität: Je höher die Kreditwürdigkeit, auch Bonität genannt, desto niedriger ist der Zins, den Anleiheemittenten Anlegern bieten müssen | © seamartini/iStock

Bonität: Je höher die Kreditwürdigkeit, auch Bonität genannt, desto niedriger ist der Zins, den Anleiheemittenten Anlegern bieten müssen Foto: seamartini/iStock

Dank der expansiven Geldpolitik der Europäischen Zentralbank konnte der Konzern Henkel vor Kurzem am Anleihemarkt Kapital aufnehmen und musste dafür nicht einmal etwas bezahlen. Im Gegenteil: Da die Rendite negativ ist, bekommt Henkel sogar noch Geld dafür.

„Es sind heftige Blüten, die die EZB -Politik mit sich bringt“, sagt Christian Jasperneite, CIO der Privatbank M.M. Warburg. Tatsächlich ist inzwischen nichts mehr, wie es war. Bis zur Finanzkrise konnten Anleger mit sicheren Staatsanleihen oder Unternehmensanleihen bester Bonität rund 3 Prozent und mehr pro Jahr erwirtschaften. Heute ist das nicht mehr möglich. Zehnjährige Bundesanleihen liegen mittlerweile bei 0,13 Prozent.

Und seit die EZB begonnen hat, ihr Kaufprogramm auf Corporate Bonds auszuweiten, bringen Unternehmensanleihen guter Qualität im Schnitt auch nur noch rund 1 Prozent. „Dabei sollten Investoren das Risiko nicht vergessen“, warnt der Experte. Denn steigen die Zinsen, dann wird es vor allem bei Staatsanleihen zu Verlusten kommen: „Als Faustregel gilt, dass bei einem Renditeanstieg um 1 Prozentpunkt der Kurs einer zehnjährigen Bundesanleihe um 7 Prozent zurückgeht.“