Start an der Deutschen Börse Vanguard bringt 23 ETFs auf den deutschen Markt

Ab Januar soll Tim Buckley den bisherigen Chef an der Spitze von Vanguard, Frederick William McNabb, ablösen. | © Vanguard

Ab Januar soll Tim Buckley den bisherigen Chef an der Spitze von Vanguard, Frederick William McNabb, ablösen. Foto: Vanguard

US-Fondsriese Vanguard startet heute mit 23 ETFs an der Deutschen Börse. Damit soll die gesamte nach Ucits-Standards aufgelegte ETF-Palette nach den Börsen Euronext und der Londoner Börse ab jetzt auch über die Frankfurter Börse und Xetra erhältlich sein. Zum Börsenstart legt Vanguard außerdem ein neues Produkt auf: den Vanguard Euro Stoxx 50 Ucits ETF (ISIN: IE00BF4R5F15), mit dem Anleger in die fünfzig größten Unternehmen der Eurozone investieren können.

Deutschlandchef Sebastian Külps bezeichnet die Notierung an der Deutschen Börse als „wichtigen Meilenstein für Vanguard“. Das Unternehmen will laut eigener Auskunft seine Präsenz in Deutschland in Zukunft weiter verstärken und 2018 auch ein deutsches Büro eröffnen.

Das US-Anbieter wirbt vor allen Dingen mit niedrigen Kosten: Die vermögensgewichteten Gebühren der jetzt auch in Deutschland gelisteten ETFs lägen im Durchschnitt bei 0,11 Prozent, streicht das Fondshaus heraus. Sean Hagerty, Chef von Vanguard Europe, erklärt dazu: „Wir sind ein globales Unternehmen und erzielen erhebliche Skalenerträge, die wir an unsere Fondsanleger weitergeben können.“

Vanguard wurde 1975 gegründet. Das US-amerikanische Fondshaus gilt als Indexfonds-Pionier und hat sich vor allem mit ETFs und anderen Indexfonds einen Namen gemacht. Das Unternehmen verwaltet heute für rund 20 Millionen Anleger weltweit rund 4 Billionen Euro. 2011 dehnte Vanguard sein Geschäft nach Europa aus. Am stärksten ist Vanguard in Großbritannien vertreten.

Mit seinem Start in Deutschland ist Vanguard vergleichsweise spät dran. Konkurrent Blackrock, nach verwaltetem Vermögen die Nummer 1 unter den Fondsgesellschaften weltweit, ist mit seinen Produkten hierzulande bereits fest etabliert. Nach Zahlen des Analysehauses Morningstar liegt Vanguard mit 27 Milliarden Euro verwalteten Kundenmitteln in europäischen ETFs – einem Marktanteil von rund 4 Prozent – derzeit auf Platz 6: nach Ishares/Blackrock, Xtrackers, Lyxor, UBS und Amundi.

Einsamer Spitzenreiter bei in Europa gelisteten ETFs ist Blackrock. Das Fondshaus hat mit seiner Marke Ishares und 287 Milliarden Euro verwalteten Mitteln in Europa einen Marktanteil von rund 45 Prozent.

Allerdings ist Vanguard nicht allein mit ETFs, sondern auch mit anderen Indexfonds und aktiv gemanagten Produkten am europäischen Markt aktiv. Insgesamt verwaltet das Haus in Europa nach Morningstar-Daten derzeit rund 120 Milliarden Euro.