Fintech-Spezialist gesucht Banken halten Ausschau nach neuem Paydirekt-Chef

Screenshot der Internetseite von Paydirekt: Für ihren Online-Zahlungsdienstleister sind die deutschen Banken und Sparkassen offenbar auf der Suche nach einem neuen Chef. | © Paydirekt

Screenshot der Internetseite von Paydirekt: Für ihren Online-Zahlungsdienstleister sind die deutschen Banken und Sparkassen offenbar auf der Suche nach einem neuen Chef. Foto: Paydirekt

Der Online-Bezahldienstleister Paydirekt soll einen neuen oder möglicherweise zusätzlichen Chef erhalten. Das will das Branchenportal Finanz-Szene aus informierten Kreisen erfahren haben. Demnach suchen die Paydirekt-Initiatoren derzeit nach einem Spezialisten mit Fintech-Hintergrund für die Unternehmensspitze – weniger nach einem klassischen Banken-Manager.

Von einer neuen Führungspersönlichkeit versprechen sich die Teilnehmer offenbar frischen Wind bei der Weiterentwicklung von Paydirekt. Das Bezahlverfahren wurde vor rund zwei Jahren als gemeinsames Projekt von 40 deutschen Geldinstituten ins Leben gerufen: Paydirekt sollte dem Angebot des US-Zahlungsdienstleisters Paypal ein heimisches Konkurrenzprodukt entgegensetzen.

Allerdings geht es bei Paydirekt nur zäh vorwärts. Voraussetzung für einen Erfolg wäre, dass sich möglichst viele Teilnehmer für eine Einführung des Online-Bezahlverfahrens entscheiden. Idealerweise würde Paydirekt dann zum Online-Bezahl-Standard in Deutschland werden. Von einer flächendeckenden Nutzung durch Online-Händler ist die deutsche Paypal-Variante allerdings weit entfernt.

Anschub für Paydirekt

„Paydirekt ist bisher kein Erfolg, wir müssen bitteres Lehrgeld zahlen“, zitierte kürzlich die Börsen-Zeitung den mittlerweile unter Beschuss geratenen Noch-Sparkassenpräsident Georg Fahrenschon. Dessen Geständnis zu Paydirekt, geäußert in einer Rede auf einer Frankfurter IT-Veranstaltung, könnte man auch als Abgesang auf den Paypal-Zwilling verstehen.

Offenbar wollen die Paydirekt-Initiatoren ihr Vorhaben jetzt allerdings noch einmal richtig anschieben – und dazu nicht allein eine neue Führung an Bord holen. Auch eine umfangreiche Finanzspritze ist geplant. Die beteiligten Geldinstitute wollen frische 300 Millionen Euro in das Projekt schießen. 100 Millionen davon will allein die Sparkassen-Finanzgruppe übernehmen. Bislang waren laut Informationen der Süddeutschen Zeitung insgesamt 100 Millionen Euro in die Finanzierung von Paydirekt geflossen.