Healthy Living Der Hype um Superfood

Avocadoanbau in Mexiko: Die Frucht wird verstärkt nachgefragt, aber sie benötigt sehr viel Wasser, dieser Fakt führt in Regionen mit Wasserknappheit zu Schwierigkeiten  | © Getty Images

Avocadoanbau in Mexiko: Die Frucht wird verstärkt nachgefragt, aber sie benötigt sehr viel Wasser, dieser Fakt führt in Regionen mit Wasserknappheit zu Schwierigkeiten Foto: Getty Images

Marie-Laure Schaufelberger, Product Specialist für den Pictet-Nutrition Fonds, glaubt, dass die Superfood-Bewegung an sich eine gesunde Entwicklung ist. „Die zunehmende Aufmerksamkeit, die allen Arten von Superfood zuteil wird, ist ein Hinweis darauf, dass mehr und mehr Menschen sich bewusst ernähren möchten“, so Schaufelberger. „Wer auf seine Nahrung achtet, ist weniger krankheitsanfällig und wird vermutlich länger bei guter Gesundheit leben. Fakt ist aber, dass man dafür keine Superfoods braucht.“

Mehr ist nicht immer besser

Superfoods haben gemeinsam, dass sie viele Nährstoffe enthalten, die der Gesundheit förderlich sind, wie Vitamine, Mineralstoffe und Antioxidanzien. „Bei einer abwechslungsreichen Ernährung nimmt man automatisch alle wichtigen Nährstoffe zu sich, die der Mensch braucht“, so Schaufelberger. „Man wird bestimmt kein Superman, wenn man möglichst viele Superfoods isst. Ein Auto kann auch nicht mehr Benzin verbrennen als in den Tank passt.“ Darüber hinaus ändern sich ständig die Erkenntnisse dazu, was „gesund“ ist. Eier sind ein gutes Beispiel. „Vor zwanzig Jahren war man sich einig, dass man nicht zu viele Eier essen sollte, weil sie Fette und Cholesterin enthalten“, so die Produktspezialistin. „Heute konzentriert sich die Wissenschaft viel stärker auf die gesunden Nährstoffe im Ei, wie Vitamine, Mineralstoffe und Eiweiß.“

Der Haken an Superfoods

Ein weiterer Haken an einigen Superfoods ist, dass sie zwar gesund sind, aber ihr Anbau die Umwelt belastet. „Avocados enthalten 20 verschiedene Vitamine und Mineralstoffe“, so Schaufelberger. „Für den Avocado-Anbau wird jedoch jede Menge Wasser benötigt. In Kalifornien zum Beispiel verschlimmert der Anbau die Wasserknappheit in Zeiten der Trockenheit. Außerdem wird illegal hektarweise Wald abgeholzt, um Platz für den Avocado-Anbau zu schaffen. Als Anleger achten wir nicht nur auf die sich bietenden Chancen, sondern auch auf die Nachhaltigkeit von Superfoods. Wir haben mittlerweile mehr als 15 Jahre Erfahrung mit der Messung wichtiger Trends in den Bereichen Mensch, Umwelt und Gesellschaft im Rahmen unseres Investmentprozesses.“

„Bei der Zusammenstellung des Portfolios achten wir darauf, dass es ausgewogen ist; wir setzen nicht alles auf ein oder zwei Super-Aktien.“

– Marie-Laure Schaufelberger, Product Specialist

Vom Feld in den Supermarkt

„Verpackungsunternehmen sind ein gutes Beispiel für ein vielversprechendes Segment, weil sie dafür sorgen, dass Lebensmittel länger haltbar sind und möglichst unbeschadet vom Feld auf den Teller gelangen“, so Schaufelberger. Auf die Frage, ob Superfoods wirklich gesünder machen, antwortet sie: „Wenn man sich ausgewogen ernährt, mit ausreichend Obst und Gemüse, braucht man keine Superfoods, um etwas für die Gesundheit zu tun. Umgekehrt gibt es kein Nahrungsmittel, das wie von Zauberhand die Effekte einer ungesunden Lebensweise neutralisiert. Das ist bei Investments nicht anders. Bei der Zusammenstellung des Portfolios achten wir darauf, dass es ausgewogen ist; wir setzen nicht alles auf ein oder zwei Super-Aktien.“

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