Indexpolicen Der gezähmte Index

Der „Walking Man

Der „Walking Man" des US-Künstlers Jonathan Borofsky vor der Unternehmenszentrale der Munich Re in München: Die Aktie des Rückversicherers ist einer der 50 Titel im Index Euro Stoxx 50, den viele Versicherer im Rahmen ihrer Indexpolice anbieten. Foto: Getty Images

Man kann es kaum glauben. Das anhaltende Niedrigzinsniveau hat etwas geschafft, das viele wohl nicht mehr wirklich für möglich gehalten haben: Sparer hierzulande investieren weniger Geld in konservative Anlageformen wie Sparbuch oder Tagesgeld. Denn die Nullzinsen sorgen – notgedrungen – für etwas mehr Risikofreude bei den Bundesbürgern. Das zeigt eine aktuelle Umfrage von Gothaer Asset Management.

Die eigene finanzielle Situation (55 Prozent) und die Dauer-Niedrigzinsen (45 Prozent) haben danach den größten Einfluss auf das Anlageverhalten deutscher Sparer. Und das zeigt sich. Das Sparbuch liegt zwar auf der Beliebtheitsskala mit 39 Prozent noch immer an erster Stelle. Bei der Umfrage der Gothaer aus dem vergangenen Jahr erreichte es aber immerhin noch einen Zustimmungswert von 45 Prozent. Ein ähnlicher Trend zeigt sich beim Tagesgeld: 2017 legten noch 26 Prozent der Deutschen ihr Geld auf ein entsprechendes Konto. Inzwischen ist diese Zahl auf 21 Prozent geschrumpft. Bei Fonds indes ist ein gegenläufiger Trend zu beobachten. 2017 kauften sich 17 Prozent der Sparer einen Fonds, in diesem Jahr sind es schon 20 Prozent.

Bewusstsein für richtige Altersvorsorge wächst

„Den Deutschen wird immer stärker bewusst, dass sie als Sparer mit am stärksten von der Niedrigzinspolitik betroffen sind und ihre Altersvorsorge gefährdet ist“, erklärt Christof Kessler, Vorstandssprecher der Gothaer Asset Management, diese Ergebnisse. „Vor dem Hintergrund der geringen Renditen oder inflationsbereinigt sogar negativen Zinsen suchen sie nach renditeträchtigeren Alternativen wie zum Beispiel Fonds.“

Nach wie vor haben die Deutschen aber trotzdem ein hohes Sicherheitsbedürfnis. Denn das Kriterium „Sicherheit“ ist unverändert für 52 Prozent der Bundesbürger das entscheidende bei der Geldanlage, vor Flexibilität (30 Prozent) und einer hohen Rendite (9 Prozent).

Man kann also festhalten, dass die Bundesbürger sich bei der Geldanlage gezwungenermaßen bewegen und mehr Risiko gehen, richtig viel Spaß haben sie aber nicht dabei.

Produkte, die das Ziel verfolgen, Sicherheit und eine Chance auf mehr Rendite zu verbinden, haben also weiter eine Daseinsberechtigung. Indexgebundene Rentenversicherungen, auch Indexpolicen genannt, können hier passende Produkte sein. „Indexpolicen fügen sich als modernes Lebensversicherungskonzept in den Bereich zwischen klassischer und fondsgebundener Altersvorsorge ein“, sagt Thomas Keßling, Analyst bei der Rating-Agentur Assekurata. „Sie eröffnen dem Kunden die Möglichkeit, über eine Indexbeteiligung mit seinem gesamten Guthaben an den Entwicklungen der Kapitalmärkte zu partizipieren – ohne dabei das Risiko einzugehen, sein Sparvermögen bei ungünstigen Marktentwicklungen zu verlieren.“

Ellen Ludwig, Geschäftsführerin des Analysehauses Ascore – Das Scoring, sieht diese Produktgattung daher auch gerne als Einstiegsprodukt in den Aktienmarkt. „Kenntnisse des Aktienmarkts sind für Kunden der Indexpolicen nicht notwendig, und der Begriff ‚Index‘ ist durch Tageszeitungen und Fernsehen den meisten bekannt“, erklärt Ludwig weitere Vorzüge des Produkts.