Über 20 Prozent Die 5 Länder mit den höchsten Leitzinsen

Zwei Finanzmänner, zwei Zinsniveaus: Argentiniens Zentralbankchef Federico Sturzenegger (rechts, Leitzins: 26,25 Prozent) im Gespräch mit Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (Leitzins: 0,0 Prozent) | © Getty Images

Zwei Finanzmänner, zwei Zinsniveaus: Argentiniens Zentralbankchef Federico Sturzenegger (rechts, Leitzins: 26,25 Prozent) im Gespräch mit Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (Leitzins: 0,0 Prozent) Foto: Getty Images

Den höchsten Leitzins auf der ganzen Welt gibt es derzeit in Argentinien. Dort müssen Banken satte 26,25 Prozent Zinsen hinlegen, wenn sie sich Geld bei der Zentralbank leihen wollen. Ebenfalls jenseits der 20-Prozent-Marke liegen Mosambik mit 21,5 Prozent und Ghana mit 21,0 Prozent.

Und doch kann man diese Länder nicht gerade als Anlegerparadies bezeichnen. Denn die dortigen Währungen – in denen ja diese Sätze gezahlt werden – sind derzeit butterweich. Und das sollen die hohen Zinsen ja ändern. In Argentinien steigen die inländischen Preise in diesem Jahr um geschätzte 25,6 Prozent. In Mosambik sind es 19,0 Prozent und in Ghana immerhin auch 12,0 Prozent. Auch um die Staatsfinanzen ist es derzeit nicht so dolle bestellt. Zwar können die Schuldenstände, gemessen an der Wirtschaftsleistung, einen Europäer heutzutage nicht mehr beeindrucken. Aber das jährliche Staatsdefizit liegt durchweg über der sportlichen Grenze von 5 Prozent. Und da haben wir in Europa in der Tat noch etwas andere Verhältnisse.

Das alles muss man berücksichtigen, bevor man mutig (oder auch leichtsinnig) Geld in die Hochzinsgebiete schafft. Denn angesichts der äußeren und inneren Umstände, zu denen auch die schwachen Schulden-Ratings gehören, fallen die Top-5 der Leitzinsen allenfalls in die Anlage-Kategorie: „Gut zu wissen, aber lassen wir das lieber.“