Immobilienfinanzierung „Vorsicht bei variabel verzinsten Darlehen!“

Immobilienfinanzierung: Die Zinsen in Deutschland fallen seit mehr als Jahren, erklärt Andreas Görler vom Berliner Vermögensverwalter Wellinvest – Pruschke & Kalm. | © skitterphoto

Immobilienfinanzierung: Die Zinsen in Deutschland fallen seit mehr als Jahren, erklärt Andreas Görler vom Berliner Vermögensverwalter Wellinvest – Pruschke & Kalm. Foto: skitterphoto

Andreas Görler, Wellinvest 

Seit Ende 2016 steigen die Zinsen für Immobiliendarlehen. Die volkswirtschaftliche Entwicklung im Zusammenhang mit der europäischen Staatsschuldenkrise spricht eigentlich gegen ein starkes Anziehen des Zinsniveaus. Andererseits haben insbesondere deutsche und europäische Banken massive Ertragsprobleme. Sie sind gezwungen, mehr Geld zu verdienen und müssen daher manchmal die Zinsen für Baudarlehen erhöhen.

Hieraus lässt sich ableiten, dass weiterhin mit moderaten Zinsanstiegen zu rechnen ist. Darum würde ich aktuell von variabel verzinsten Darlehen, bei denen der Zinssatz alle drei Monate von der Bank angepasst werden kann, bei einer Immobilienfinanzierung absehen. Eine Mischkalkulation aus verschiedenen Laufzeiten und Tilgungen kombiniert mit einer Sondertilgungsoption, die heute praktisch kostenlos zu haben ist, sollte ausreichend Flexibilität bieten. 

Ist bereits ein Kredit vorhanden, dessen Zinsbindung in einem oder zwei Jahren endet, kann man sich über ein Forward-Darlehen die Konditionen für die Anschlussfinanzierung sichern. Nach meinem Empfinden sind die Aufschläge dafür erträglich.

Grafik: Dr. Klein Trendindikator Baufinanzierung April 2018