Ebase-Analyse „Gestiegene Nachfrage nach offenen Immobilienfonds“

Entwicklung der Handelsaktivität zwischen Januar 2017 und Juni 2018: Ebase kommentiert vierteljährlich die Handelsaktivität der Kunden aller Finanzanlageberater und -vermittler, die für die Kooperations- und Vertriebspartner der B2B-Direktbank tätig sind.  | © European Bank for Financial Services (Ebase)

Entwicklung der Handelsaktivität zwischen Januar 2017 und Juni 2018: Ebase kommentiert vierteljährlich die Handelsaktivität der Kunden aller Finanzanlageberater und -vermittler, die für die Kooperations- und Vertriebspartner der B2B-Direktbank tätig sind. Foto: European Bank for Financial Services (Ebase)

Rudolf Geyer, Ebase

Deutschlands Fondsanleger haben sich in den vergangenen Wochen neu positioniert: Zum Ende des zweiten Quartals hat die Fondsnachfrage bei den Ebase-Kunden wieder deutlich zugenommen, berichtet die B2B-Direktbank aus Aschheim bei München. Während sich die Anleger im April und Mai eher zurückhielten, ist die Handelsaktivität im Juni spürbar angestiegen. Mit 111 Indexpunkten notiert diese um 11 Prozentpunkte über dem Durchschnitt des vergangenen Jahres.

„Das zweite Quartal war anfangs von einer deutlichen Zurückhaltung der Fondsanleger geprägt. Diese hat sich aber wieder gelegt, so dass im Juni vielfach reges Interesse bestand“, kommentiert Rudolf Geyer. „Im April lagen die Handelsaktivitäten noch 20 Prozentpunkte unter dem Durchschnitt des Jahres 2017, im Juni hingegen 11 Prozentpunkte darüber“, erklärt der Sprecher der Ebase-Geschäftsführung. 

Die Zurückhaltung zu Beginn des zweiten Quartals sei vermutlich auf die Unsicherheiten im Zusammenhang mit dem Handelsstreit zwischen der US-Regierung und Europa, China und anderen Ländern zurückzuführen, so Geyer weiter. Die im Juni wiedererstarkte Nachfrage zeigt allerdings, dass die Anleger wieder mehr Interesse an Fonds haben, sich jedoch teilweise neu positionieren.

Mehr Nachfrage nach offenen Immobilienfonds

„Die Neupositionierung zahlreicher Anleger zeigte sich im abgelaufenen Quartal beispielsweise an der gestiegenen Nachfrage nach offenen Immobilienfonds“, stellt Geyer fest. In den Monaten April, Mai und Juni ergab sich für die offenen Immobilienfonds ein Kaufquotient von 3,01. Das bedeutet, dass die Anzahl der Käufe rund dreimal so hoch lagen wie die Verkäufe.

Dessen ungeachtet waren auch bei Aktien- und Mischfonds im zweiten Quartal Nettomittelzuflüsse, mit Kaufquotienten von 1,12 beziehungsweise 1,15 zu verzeichnen. Rentenfonds mussten hingegen leichte Mittelabflüsse hinnehmen (Kaufquotient: 0,98).

Deutschland und Schwellenländer unbeliebt

„Hinsichtlich der regionalen Ausrichtung standen Deutschland-Investments in den abgelaufenen drei Monaten eher auf den Verkaufslisten“, erklärt Ebase-Chef Geyer. In noch größerem Ausmaß trennten sich Ebase-Kunden von Investments in den Emerging Markets.

Stark nachgefragt wurden dagegen Fonds mit japanischen Titeln (Kaufquotient: 1,76), mit US-amerikanischen (Kaufquotient: 1,58) sowie mit europäischen Werten (Kaufquotient: 1,50). Daneben war auch die Nachfrage nach in der Eurozone und weltweit investierenden Fonds (Kaufquotienten: 1,24 beziehungsweise 1,16) ausgeprägt.