Smart-Beta-ETF Ossiam mischt Unternehmensanleihen neu

Bruno Poulin ist Geschäftsführer der Fondsgesellschaft Ossiam. | © Ossiam

Bruno Poulin ist Geschäftsführer der Fondsgesellschaft Ossiam. Foto: Ossiam

Die Fondsgesellschaft Ossiam startet einen börsennotierten Indexfonds (ETF), der Unternehmensanleihen nach einem neuartigen Konzept enthalten soll. Der Ossiam Solactive Moody’s Analytics IG EUR Select Credit ETF (ISIN: LU1093307442) fällt unter die Kategorie Smart Beta. Darunter versteht man Indizes, deren Bestandteile nicht wie gewöhnlich nach der Größe der Unternehmen, sondern nach anderen Kriterien ausgewählt und angeordnet sind. In diesem Fall sind es rein fundamentale Kriterien. Ossiam ist eine Tochtergesellschaft von Natixis Investment Managers.

Der Ossiam-Fonds soll dem Thema „Anleihen mit Investment-Qualität“ einen neuen Dreh geben. Dafür bildet er den Index Solactive Moody’s Analytics IG Euro Select Credit nach. Der ist eine neu abgemischte Variante des herkömmlich aufgebauten Anleihe-Indexes Solactive Euro IG Corporate, der Unternehmensanleihen hoher Qualität enthält (Investment Grade).

Grundlage für den Index-Remix sind Kennzahlen der Rating-Agentur Moody’s. Die sogenannte Expected Default Frequency (EDF) soll abschätzen, wie wahrscheinlich ein Unternehmen zu einem bestimmten Zeitpunkt in der Zukunft pleite ist. Die entsprechenden Anleihen mit den größten heute schon erkennbaren Risiken sollen damit vorab aus dem Index fliegen. Dazu nutzen die Analysten Daten von den Aktienmärkten und bewerten außerdem die finanzielle Lage der Unternehmen.

Aus den EDF-Kennzahlen und weiteren Parametern errechnen sie außerdem einen angemessenen Renditeaufschlag für alle Anleihen („Fair Value Spread“) und vergleichen ihn mit dem aktuell am Markt gehandelten Aufschlag. So sollen sie die 100 relativ günstigsten Anleihen aus dem Universum herausfinden. Die kommen zu gleichen Anteilen in den neuen Index, alle Vierteljahre wird diese Grundausrichtung wieder hergestellt.

Der neue ETF ist seit heute auf Xetra gelistet, der elektronischen Handelsplattform der Frankfurter Wertpapierbörse. Die Gesamtkostenquote (Total Expense Ratio) liegt bei 0,35 Prozent.