Smartphone-Bank N26 Rekord-Finanzierung für deutsches Banking-Fintech

Screenshots der N26-App: Das Berliner Unternehmen startete im Oktober ihr Sparangebot und ihren Überziehungsrahmen auch in Österreich. N26 bietet Privatkunden Finanzprodukte und -dienstleistungen über eine Plattform an, die speziell für Smartphones entwickelt wurde. Die Gesellschaft hat bislang rund 9 Milliarden Euro an Transaktionsvolumen abgewickelt. | © obs/N26 GmbH/n26.com

Screenshots der N26-App: Das Berliner Unternehmen startete im Oktober ihr Sparangebot und ihren Überziehungsrahmen auch in Österreich. N26 bietet Privatkunden Finanzprodukte und -dienstleistungen über eine Plattform an, die speziell für Smartphones entwickelt wurde. Die Gesellschaft hat bislang rund 9 Milliarden Euro an Transaktionsvolumen abgewickelt. Foto: obs/N26 GmbH/n26.com

Solmaz Altin, Allianz SE

Auf etwa 160 Millionen US-Dollar summieren sich die Investments, die das Berliner Fintech N26 in einer aktuellen Finanzierungsrunde eingesammelt hat. Mit Ausnahme von Börsengängen hatte bislang keine Eigenkapital-Finanzierung im deutschen Fintech-Sektor diese Höhe erreicht. Insgesamt habe man bislang 215 Millionen US-Dollar eingesammelt.

Die jüngste Finanzierungsrunde soll N26 einerseits dabei helfen, die internationale Expansion voranzutreiben. Insbesondere wollen die Berliner noch in diesem Jahr auf die beiden neuen Märkte USA und Großbritannien drängen. Andererseits finanzieren die neuen Mittel Entwicklungen zum Einsatz von künstlicher Intelligenz bei Bankdienstleistungen.

„Vorreiter im Mobile Banking“

Mit ihrer Strategie sind die Betreiber der App N26 „ganz klar Vorreiter im Mobile Banking“, erklärt Solmaz Altin, Chef für den Bereich Digitalisierung bei der Allianz Gruppe. Deren „Allianz X“ genannte Investmenteinheit für Digitales beteilige sich führend an der aktuellen Series C Finanzierungsrunde. Bereits seit 2016 besteht eine Kooperation der Allianz mit N26.

Das aktuelle Investment „passt sehr gut zu unserer Digitalisierungsstrategie“, erklärt Allianz-Vorstandsvorsitzender Klaus-Peter Röhler. Der Finanzkonzern sehe eine steigende Nachfrage nach digitalen Bankprodukten und -services in Europa. Als strategischer Investor wolle man eine langfristige Partnerschaft zu N26 aufbauen, um vom Marktwachstum zu profitieren.

Weltweite Tech-Investitionen

Der zweite internationale Großinvestor ist der Tencent-Konzern aus Shenzhen, dem Marktführer für soziale Medien, Online Gaming, digitale Inhalte und mobile Zahlungen in China. Das bekannteste Produkt „We Chat“ hat 1 Milliarde aktive Nutzer pro Monat. Gemessen an der Marktkapitalisierung ist Tencent heute eines der weltweit größten Tech-Unternehmen.

N26 hat seit dem Start am deutschen Markt Anfang 2015 nach eigenen Angaben mehr als 850.000 Kunden in 17 europäischen Märkten gewonnen. Ziel sei es, bis Ende 2020 weltweit auf mehr als 5.000.000 Kunden zu kommen. Das heute mehr als 380 Mitarbeiter zählende Unternehmen prognostiziert in diesem Jahr ein Transaktionsvolumen von mehr als 13 Milliarden Euro.