Vermögensverwalter Uwe Zimmer „Geld lässt sich in Unternehmen verdienen, nicht in Indizes“

Uwe Zimmer ist Geschäftsführer des in Köln ansässigen digitalen Vermögensverwalters Fundamental Capital. | © Z-Invest

Uwe Zimmer ist Geschäftsführer des in Köln ansässigen digitalen Vermögensverwalters Fundamental Capital. Foto: Z-Invest

Auch wenn es immer noch genug Krisen auf der Welt gibt: Die Anleger wollen, dass die Rally weitergeht. Und der zwar hektisch und unberechenbar handelnde US-präsident Trump spielt mit. Fast hat man den Eindruck, Trump schafft sich Krisenherde, um sie dann wieder zu befrieden – mit wohligen Auswirkungen auf die Märkte.

"Trumps Vorgehensweise wiederholt sich"

Sicher ist, dass die gegenwärtige gute Stimmung in den USA auch auf Europa ausstrahlt, ist doch die Wall Street bei aller Kritik noch immer die Leitbörse der Welt. Und die US-Amerikaner freuen sich über die mögliche Beilegung des Handelsstreits mit China und sehen die Gewinne der US-Unternehmen dadurch sprudeln. Die Taktik des Dealmakers Trump scheint doch das ein oder andere Mal aufzugehen.

Der Weg ist immer ähnlich: Harsche Töne, große Forderungen, Infragestellen der gesamten Beziehungen. Und dann wieder Friede, Freude, Eierkuchen, wenn die andere Seite sich auch nur marginal bewegt. Der Hektik der Börse kommt das durchaus entgegen, liefert Trump doch oft genug binnen einer Woche die schlechten Nachrichten und die guten.

Das alles aber sollte nicht den Blick verstellen auf das Wesentliche: Trump ist in seiner Art nur eine Ausprägung des immer wieder gespielten Aufs und Abs an der Börse: Schlechte Nachrichten werden genutzt, um hektisch zu verkaufen, die Kurse sinken. Gute Nachrichten werden dann als Grund herangezogen, um wieder einzusteigen und die Kurse nach oben zu treiben.

"Diese anspruchsvolle Aufgabe lohnt sich"

Für langfristig orientierte Anleger ist das mal ganz amüsant, mal sehr anstrengend zu beobachten. Wer aber tatsächlich genauer hinschaut, lässt sich von den schillernden Nachrichten nicht blenden, behält die Unternehmen im Auge statt die Märkte. Denn eines ist nun mal sicher: Geld wird in den Unternehmen verdient, nicht in Indizes.

Wer also tatsächlich Wert ins Depot holen möchte und auch dem Schwanken der Börse nichts abgewinnt, muss sich die Unternehmen genau anschauen. Wer wird es schaffen, seine Produkte auch in zehn Jahren noch gewinnträchtig anzubieten? Wer ist so aufgestellt, dass er den Konkurrenten immer voraus bleibt? Welches Unternehmen ist heute so solide aufgestellt und hat ein so starkes Management, dass dies auch für die Zukunft zu erwarten ist? Auf diese und weitere Fragen gilt es Antworten zu finden, um dann die Unternehmen dingfest zu machen, die mit der größtmöglichen Wahrscheinlichkeit die bestmögliche Rendite erwarten lassen.

Eine anspruchsvolle Aufgabe, die weit über das Beobachten der hektischen Bewegungen an den Märkten hinausreicht. Das ist der Grund, weshalb sich nicht allzu viele diese Mühe machen – und sie sich umso mehr lohnt.