Zahlensalat Aktive Fondsmanager verbessern sich – ein bisschen

Arbeiter werkelt an einer Gasturbine im Siemens-Werk in Berlin: Siemens ist die größte Einzelposition im deutschen Aktienindex S&P Germany BMI. | © Getty Images

Arbeiter werkelt an einer Gasturbine im Siemens-Werk in Berlin: Siemens ist die größte Einzelposition im deutschen Aktienindex S&P Germany BMI. Foto: Getty Images

Die gute Nachricht: Auf Sicht von zwölf Monaten haben mehr aktive Fondsmanager für europäische Aktien ihren Vergleichsindex geschlagen als noch vor einem Jahr. Die schlechte Nachricht: Es ist noch immer nur jeder zweite. Das ergibt eine aktuelle Statistik des Indexanbieters S&P Dow Jones Indices. Stichtag ist der 30. Juni 2017, Grundlage sind die Vergleichsgruppen der Rating-Agentur Morningstar. Die Analysten berücksichtigten auch den Umstand, dass nicht alle Fonds über den gesamten Betrachtungszeitraum existieren und vom Markt verschwinden („Survivorship Bias“).

In der diesjährigen „S&P Indices Versus Active Funds (SPIVA) Europe Scorecard“ vergleichen die Analysten wieder aktiv gemanagte Aktienfonds mit entsprechenden Vergleichsindizes aus dem eigenen Hause. Der Dax taucht also beispielsweise nicht auf, sondern der derzeit 46 Werte enthaltende S&P Germany BMI.

Das ist aber nicht so schlimm, die Zahlen zeigen trotzdem einiges. So blieben exakt 50,9 Prozent der Manager für europäische Aktien über zwölf Monate hinter dem S&P Europe 350 zurück. Ein Jahr zuvor waren es noch 80,4 Prozent. Ein kleiner Schritt nach vorn. Zieht man allerdings einen Zeitraum von fünf Jahren heran, bleiben 73,0 Prozent hinter dem Index zurück. Und über zehn Jahre sind es sogar 87,4 Prozent. Diese Zahlen beziehen sich auf die Vergleichsgruppen in Euro.

Ein ähnliches Bild bei deutschen Aktien. Diesmal lagen 57,1 Prozent der Fondsmanager über zwölf Monate hinter dem S&P Germany zurück. Im Vorjahr waren es noch 87,9 Prozent. Weitere Zahlen liefert die Tabelle, allerdings nur für ausgewählte Vergleichsgruppen.

Am einfachsten war übrigens wohl der dänische Aktienmarkt zu schlagen. Zugegeben, hier traten nur 34 Fonds an, die landeten aber über zwölf Monate alle vor dem S&P Denmark. Am wenigsten zu lachen hatte man dagegen in Polen. Von den 64 registrierten Fonds blieben fast 85 Prozent hinter dem S&P Poland zurück. Langfristig erweisen sich globale Aktien als besonders harte Nuss. Von rund 1.400 globalen Aktienfonds konnten 98,4 Prozent den S&P Global 1200 Index in den vergangenen zehn Jahren nicht knacken.