Headhunter zu Karrierechancen auf dem Fondsmarkt „Passive Produkte, Robo-Advisors und Nachhaltigkeit sind die 3 großen Trends“

Carsten Kröhl ist Senior-Partner Kunden bei Korn Ferry International. | © Korn Ferry International

Carsten Kröhl ist Senior-Partner Kunden bei Korn Ferry International. Foto: Korn Ferry International

DAS INVESTMENT: Wo sehen Sie die Fondsindustrie in Deutschland zurzeit?

Carsten Kröhl: Nachdem die Regulatorik in den vergangenen Jahren das gefühlt alles beherrschende Thema war, sehen wir aktuell drei Trends in der Branche: Die steigende Nachfrage nach passiven Produkten, Robo-Advisors und das Thema Nachhaltigkeit, also ökologische, soziale und die Unternehmensführung betreffende Kriterien. Diese Themen haben nachhaltigen Einfluss auf die Geschäftsmodelle der Fondsgesellschaften; entsprechend passen die meisten Häuser ihre Produkt-, Marketing-, Vertriebs- und Preisstrategien dem sich schnell ändernden Marktumfeld an.

Wird Ihrer Meinung nach die Zahl der Jobwechsel in naher Zukunft zunehmen?

In den vergangenen Jahren sind Front-Office-Positionen sehr schnell gedreht. Dies lag einerseits an Marktneueintritten internationaler Asset Manager und großen Fusionen, aber vor allem auch dem Bedürfnis einiger Gesellschaften, die Vertriebsteams qualitativ aufzuwerten, um dem wachsenden Kundenbedürfnis nach ganzheitlicher Beratung gerecht zu werden. Veränderungen in der Industrie erhöhen grundsätzlich die Nachfrage nach unserer Dienstleistung. Ein stabiles Marktumfeld vorausgesetzt, gehen wir daher davon aus, dass wir auch in den nächsten Jahren weiter wachsen werden.

Wo entstehen Ihrer Einschätzung nach künftig vermehrt Stellen: im institutionellen oder Wholesale-Vertrieb?

Ob in Zeiten eines stagnierenden Gesamtmarktvolumens, sinkender Gebühren und zunehmender Passivierung wirklich mehr Vertriebsstellen entstehen, wird man sehen. Im institutionellen Vertrieb gab es sehr viel Bewegung in den jüngsten 24 Monaten. Der Großteil der wechselwilligen institutionellen Vertriebler ist in diesem Zeitraum gewechselt, daher sollte es dort etwas ruhiger werden.

Im Wholesale-Vertrieb drehte das Karussell in stabilen Marktphasen schon immer schnell. Die Industrie ist klein und „man kennt sich“, weshalb hier einige Fondsgesellschaften diese Positionen über ihr eigenes Netzwerk besetzen. Das stößt immer häufiger an Grenzen, da sich das Anforderungsprofil im Wholesale-Vertrieb in den vergangenen ein bis zwei Jahren deutlich geändert hat und neue Adressen und Talente in den Suchfokus geraten sind.