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Nachhaltige Alternativen Wie Zukunftstechnologien die Natur retten können

Geringe Bekanntheit, hohe Bedeutung
Geringe Bekanntheit, hohe Bedeutung: Das Blut des Pfeilschwanzkrebses spielt bei Medizintests eine wichtige Rolle. Dadurch nimmt seine Population stetig ab, was wiederum die Ökosysteme belastet. Es gibt jedoch Lösungen. | Foto: (Imago Images / Westend61

Das ökologische Gleichgewicht der Erde gerät ins Wanken. Unser Wirtschaftsmodell nach dem Motto „Ausbeuten, Produzieren und Wegwerfen“ erschöpft die natürlichen Ressourcen des Planeten in einer Geschwindigkeit, die jeder Nachhaltigkeit zuwiderläuft. Wie auch der Klimawandel ist dies eine vom Menschen verursachte Krise. Unsere Pflicht besteht darin, uns dieser Entwicklung mit allen Mitteln entgegenzustellen. Und daraus können sich auch Chancen ergeben.

Natur und Umwelt sind ein wesentlicher Bestandteil unseres Lebens und elementar für Wirtschaftswachstum und Wohlstand. Damit tragen sie auch zur Stabilität des Finanzwesens und unserem Wohlergehen bei. Es ist wichtig, dass die Investmentbranche sich der fundamentalen Bedeutung eines gesunden Ökosystems bewusst ist. Sie sollte zudem darüber nachdenken, wie sie eine aktivere Rolle bei der Pflege sowie Regenerierung der natürlichen Ressourcen spielen kann.

Ein Weg zu mehr Nachhaltigkeit sind Zukunftstechnologien. Innovationen werden nicht nur eine herausragende Rolle beim Aufbau einer grüneren Zukunft einnehmen. Sie könnten auch attraktive Anlagechancen eröffnen, die zudem positive Wirkung entfalten.

Die Honigbiene ist gefährdet – und das könnte weite Kreise ziehen

Kann das riesige globale Finanzsystem durch die winzige Biene gefährdet sein? Auf den ersten Blick scheint das unmöglich – was aber nur zeigt, wie sehr wir den Verlust natürlicher Ressourcen üblicherweise unterschätzen.

 

Bienen sind mehr als nur Honigproduzenten. Sie spielen eine entscheidende Rolle für die Ernährung der Menschheit und die Gesundheit der Ökosysteme. Was, wenn es keine Bienen und anderen Insekten mehr gibt? Dann sterben die Vögel aus, die sich von ihnen ernähren, und die Pflanzen, die sie bestäuben. Es wäre der Anfang einer Kettenreaktion mit schwerwiegenden Folgen für die weltweite Nahrungsmittelproduktion, die Gesundheit der Böden, die Sauberkeit des Wassers und die Abwehr von Schädlingen sowie Krankheiten. Die Wechselwirkung zwischen einer funktionierenden Wirtschaft und dem Schutz der Natur wird in Zukunft ein wichtiges Anlagethema sein.

Weniger bekannt, aber ebenso schutzbedürftig: Der Pfeilschwanzkrebs

Der Pfeilschwanzkrebs ist ebenfalls durch den Menschen gefährdet. Sein kupferhaltiges, blaues Blut reagiert auf bakterielle Zerfallsstoffe, sogenannte Endotoxine, und wird deswegen schon seit Jahrzehnten bei Medizintests eingesetzt. Weltweit werden praktisch jeder Impfstoff – einschließlich der Covid-19-Vakzine –, jede Injektion und Infusion sowie alle Implantate diesen Tests unterzogen, um ihre Sicherheit zu gewährleisten. Damit sind wir auf den kleinen, schon seit 450 Millionen Jahren auf der Erde lebenden Pfeilschwanzkrebs angewiesen.

Nachdem man den Tieren Blut abgenommen hat, werden sie üblicherweise wieder ins Meer entlassen. Trotzdem sterben viele nach der Prozedur. Heute sind die Populationen aller vier Arten des Pfeilschwanzkrebses rückläufig. Die drei asiatischen Arten werden bereits als gefährdet eingestuft. Diese Entwicklung bedroht die Küstenökosysteme, in denen sie leben, und insbesondere auch andere Arten, die auf ihre Eier als Nahrung angewiesen sind. Dazu gehören beispielsweise Zugvögel. Zum Glück gibt es heute eine synthetische Alternative, die viele Aufsichtsbehörden bereits zugelassen haben und die ebenso wirksam ist wie der Test auf Basis des Bluts vom Pfeilschwanzkrebs. Die Akzeptanz muss allerdings noch steigen: Zwar sind schon einige Pharmaunternehmen auf die synthetische Alternative umgestiegen, die meisten allerdings noch nicht. Hier braucht es ein Umdenken.

Bio-Lösungen für Bio-Probleme

Pflanzenschutzmittel beziehungsweise Pestizide gehören schon lange zur Landwirtschaft. Sie dienen der Abwehr von Schädlingen und dem Schutz der Nutzpflanzen. Die Pestizide töten allerdings nicht nur Schädlinge und Unkraut. Sie sind auch giftig für andere Pflanzen und Tiere.

In den vergangenen Jahrzehnten stand ein systemischer Ansatz im Vordergrund: Bereits das Saatgut wird mit Chemikalien beschichtet. Diese nimmt die Pflanze auf und transportiert sie während ihres Wachstums weiter. So wirkt das Mittel gegen alle Arten, die von der Pflanze leben. Andere Insekten in der Umgebung hingegen bleiben verschont. In der Theorie scheint dies sinnvoll. Untersuchungen haben allerdings gezeigt: Nur rund 5 Prozent der chemischen Substanzen verbleiben tatsächlich in der Pflanze. Der Rest gelangt in den Boden oder ins Grundwasser und verursacht so weitreichende Schäden am Ökosystem.

Die Biowissenschaft hat nun einen radikal neuen Ansatz entwickelt. Dieser geht das im Grunde biologische Problem ganz ohne Chemie an. Grundlage dafür ist die RNAi-Technologie (RNA-Interferenz). Das sind dieselben Biomoleküle, die auch die rasche Entwicklung von Corona-Impfstoffen ermöglicht haben.