Clearbridge Investments „US-Strafzölle sind nur der erste Schritt“

US-Stahlproduktion: Die geplanten Zölle sollen die US-Industrie wettbewerbsfähiger machen. | © Getty Images

US-Stahlproduktion: Die geplanten Zölle sollen die US-Industrie wettbewerbsfähiger machen. Foto: Getty Images

Die Pläne der US-Regierung, Strafzölle einzuführen, überraschen Clearbridge-Fondsmanager Michael Kagan nach eigenem Bekunden nicht: „Wir haben bereits Anfang letzten Jahres damit gerechnet, dass die Trump-Administration Strafzölle auf Stahl und Aluminium erheben wird.“
Während die europäische Reaktion deutlich gewesen sei, halte sich China zurück, so der Experte, obwohl man dort besonders von den Handelsbeschränkungen betroffen wäre.

China eigentlicher Adressat der US-Maßnahmen

„Aber die Chinesen wissen wohl, dass sie sich falsch verhalten haben und warten auf noch weitreichendere Entscheidungen, die sich am Horizont bereits ankündigen. Abschnitt 301 des Handelsgesetzes von 1974 wird einen überproportional hohen Einfluss auf die Handelsbeziehungen zwischen den USA und China haben“, sagt Kagan und bezieht sich auf Ermittlungen bezüglich des vermeintlichen Diebstahls geistigen Eigentums von US-Firmen und des erzwungenen Technologietransfers.

Kagan blickt voraus: „Vorläufige Erkenntnisse werden innerhalb eines Monats erwartet und Trump hat bereits angedeutet, dass die Ergebnisse auf einen extrem hohen Schaden hinweisen, der die Marke von einer Billion US-Dollar überschreiten könnte – und das wäre natürlich die ideale Rechtfertigung dafür, hohe Strafzölle einzuführen oder andere Handels- und Investitionssanktionen zu beschließen.“

Zusätzlich könnten die USA Investitionen aus China blockieren, die Möglichkeiten für chinesische Unternehmen einschränken, in den USA Geschäfte zu machen, und mit ihren Verbündeten zusammen arbeiten, um China zu isolieren, so der Clearbridge-Fondsmanager: „Sogar eine eingeschränkte Visa-Vergabe für chinesische Staatsbürger wäre denkbar. Es hängt natürlich davon ab, mit welcher Härte solche Maßnahmen umgesetzt werden, aber sie würden wohl mit Gegenmaßnahmen in ähnlichem Ausmaß von chinesischer Seite beantwortet.“ 

Strafzoll-Profiteure im Blick

Der Aktienexperte überlegt auch, seine Investments anzupassen: „Unsere Portfolios haben nur ein minimales Exposure in den Branchen, die von den Straffzöllen betroffen wären. Allerdings haben wir mit Titeln wie Nucor ein Engagement im US-Stahlsektor, das natürlich von den Restriktionen profitieren würde und wir haben auch weitere Unternehmen im Blick, die wir eventuell zukaufen würden.“