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„Mit ESG malträtiert“ Mammutaufgabe zwischen grau und grün

Hamburg 2021
Hamburg 2021: Die Elbmetropole darf sich Green City of the Year nennen. Das European Centre for Architecture Art Design and Urban Studies in Dublin und das Chicago Athenaeum – Museum of Architecture and Design verliehen der Stadt zuletzt den Good Design Award. | Foto: imago images/westend61

„Niemand ist gegen Nachhaltigkeit und alle wünschen sich eine nachhaltige Zukunft“, weiß Henrik Pontzen. Der Leiter ESG im Portfoliomanagement von Union Investment arbeitet im Epizentrum eines politischen und ökonomischen Megatrends. Kaum ein Tag vergeht ohne Berichterstattung in den Medien. Und jeder Fondsmanager weiß, was die Stunde geschlagen hat. Laut dem Green Deal der Europäischen Union sollen sie alle als einflussreiche Kapitalsammelstellen dafür sorgen, dass der Klimawende ausreichend Geld zufließt.

Aber was bedeutet das eigentlich konkret? Wo steht die Fondsindustrie heute? Und welche Schritte muss sie noch gehen? Beginnend in dieser Ausgabe beleuchten wir das Thema Nachhaltigkeit aus verschiedenen Blickwinkeln. Wir fühlen den Fondsmanagern auf den Zahn: Wo stehen sie heute? Wo geht es hin?

Klare Marschrichtung 

Alle Kapitalanleger, und damit insbesondere auch die Fondsindustrie, sind aufgerufen, mit ihren Investitionen die auf Klimaschutz ausgerichtete Transformation der Wirtschaft maßgeblich mitzugestalten. Das eingesetzte Kapital soll eine möglichst große Hebelwirkung entfalten, damit die Ziele des Pariser Klimaschutzabkommens erreicht werden.

Ganz langsam fügt sich seit einigen Jahren ein Rahmenwerk zusammen, das vorgibt, wie nachhaltig Fonds ihre Kapitalanlage ausgestalten müssen. Eine geplante Richtlinie der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (Bafin) beispielsweise ergänzt die bereits bestehenden europäischen Vorgaben. Unter anderem liegt hier die geforderte Mindestinvestitionsquote in nachhaltige Vermögensgegenstände bei 75 Prozent. Diese Vermögensgegenstände müssen wesentlich dazu beitragen, Umwelt- oder soziale Ziele zu erreichen. Hinzu kommen Höchstgrenzen. Beispielsweise dürfen maximal 10 Prozent aus der Energiegewinnung oder dem sonstigen Einsatz von fossilen Brennstoffen stammen.

Alternativ zur Mindestanlage können Fonds auch eine nachhaltige Anlagestrategie verfolgen, etwa in Form eines Best-in-Class-Ansatzes. Aus einem Anlageuniversum werden dabei etwa die Vermögensgegenstände ausgewählt oder stärker gewichtet, die unter nachhaltigen Aspekten besonders vorteilhaft sind. „Wo ESG draufsteht, muss auch Nachhaltigkeit drin sein“, sagt Bafin-Exekutivdirektor Thorsten Pötzsch. Die Richtlinie soll schließlich Anleger schützen. Deshalb genehmigt die Bafin die Anlagebedingungen von Investmentvermögen nur, wenn diese den gesetzlichen Ansprüchen entsprechen.

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