Jörg Moshuber ist seit 2012 leitender Fondsmanager des Amundi Ethik Fonds. Bei dem Fondsanbieter arbeitet er seit zehn Jahren. Zuvor war Moshuber für die Asset-Management-Gesellschaft der Bank Austria tätig Foto: Klimpt

ESG-Manager Jörg Moshuber

„Wir können anlegen wie im Paradies“

DAS INVESTMENT: Klimaschützer machen Front gegen Tech-Riesen. Wie passt da Microsoft auf eine Top-Position des Amundi Ethik Fonds (ISIN: AT0000731575)?

Jörg Moshuber: Es kommt immer darauf an, welche Tech-Riesen man sich anschaut. Der von Ihnen angesprochene Software-Anbieter in unserem Portfolio erhält auch von unabhängigen Nachhaltigkeitsagenturen ein sehr gutes Rating sowohl im Umwelt- als auch im Sozialbereich und bei der Unternehmensführung. Das Unternehmen betreibt mehr und mehr Rechenzentren mit erneuerbarer Energie und bietet ein gutes Arbeitsumfeld.

Wie hat sich mit dem Megatrend Nachhaltigkeit geändert?

Moshuber: Unternehmen sind durch den Trend zur Nachhaltigkeit transparenter geworden. Das ist großartig. Ich bin mit einem potenziellen Investment-Universum von 400 bis 500 Unternehmen gestartet, und jetzt habe ich 4.000 zur Verfügung. Es hat sich also verzehnfacht. Verglichen mit früher haben wir mittlerweile ein Paradies für Nachhaltigkeitsinvestoren. Selbstverständlich ist der Fonds mit dem Nachhaltigkeitsboom noch stärker in den Fokus von Anlegern gerückt, zumal er auch fünf Morningstar-Sterne hat.

Sie können bis zu 40 Prozent in Aktien anlegen. Warum haben Sie das selbst im längsten Bullenmarkt aller Zeiten nur zu drei Vierteln ausgenutzt?

Moshuber: Wir hatten mit 30 Prozent internationalen Aktien, kombiniert mit in Euro ausgegebenen Staats- und Unternehmensanleihen, ein robustes Vehikel, das uns sicher durch fast alle Krisen gebracht hat. Sowohl in der Tech-Blase als auch in der Finanzkrise hat der Fonds überdurchschnittlich abgeschnitten.

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