Sven Stoll
12.10.2022

Unverwüstliche Renditebringer Hohe Inflation? Diese 12 Mischfonds bringen trotzdem Rendite!

Mann sucht mit der Lupe nach Zinsen
Mann sucht mit der Lupe nach Zinsen: Aus Expertensicht empfiehlt sich in Zeiten von Inflation zum Schutz des eigenen Vermögens ein Mix aus verschiedenen Anlageformen.
© Jessica Hunold erstellt mit Canva

Es scheint als dreht sich die Welt nicht länger um die Sonne – zumindest an den Finanzmärkten. Hier ist die Inflation der Dreh- und Angelpunkt.

Wann wird die Geldentwertung endlich ihren Höhepunkt erreichen?

Aufgrund der stark steigenden Preise kommen Anleger nicht umhin, sich mit dem Thema auseinanderzusetzten. Die Teuerung betrifft jeden, denn sie ist nicht nur beim Tanken und Einkaufen zu spüren, sondern auch auf dem Sparkonto.

Zwar bleibt der Kontostand derselbe, aber die Inflation knabbert schleichend am Wert des Vermögens. Sie schmälert die Kaufkraft der Verbraucher, weil sich diese für ihr Geld immer weniger leisten können. Vor allem Preissprünge bei Energie infolge des Ukraine-Krieges und steigende Lebensmittelpreise heizen die Inflationsrate in Europa seit Monaten an. Bei der Betrachtung über kürzere Zeiträume scheint das noch nicht dramatisch zu sein, langfristig ist der Vermögensverlust jedoch rapide. Zwar steigen die Zinsen für Sparanlagen wie das Tagesgeldkonto nun wieder. Die aktuelle Inflationsrate ist allerdings so hoch, dass herkömmliche Sparanlagen den Realverlust nicht ausgleichen.

Durch die Inflation schmilzt das Geld wie Eis in der Sonne

Die durchschnittliche Preisentwicklung aller Waren und Dienstleistungen, die private Haushalte in Deutschland für Konsumzwecke kaufen, wird monatlich mithilfe des Verbraucherpreisindex gemessen. Die Veränderung des Verbraucherpreisindex zum Vorjahresmonat wird als Inflationsrate bezeichnet. 

Lag die Inflationsrate lange Zeit bei ungefähr 2 Prozent, ist sie in den vergangenen Monaten geradezu explodiert. Im September ist sie nun noch einmal kräftig auf 10 Prozent angestiegen. Auf lange Sicht hat das verheerende Folgen für unser erspartes Vermögen. Legt man den aktuellen Verbraucherpreisindex zugrunde, ist ein Kontostand von 10.000 Euro im Jahr 2000 heute real nur noch 6000 Euro wert, vorausgesetzt Zinsen oder Kursgewinne hätten nicht für einen Ausgleich gesorgt.

 

Was tun gegen Inflation?

Angesichts der aktuellen Situation, treibt viele Anleger die Frage um, welche Anlageform überhaupt geeignet ist, um der grassierenden Inflation Herr zu werden. Damit das gelingt, müssten die Renditen schließlich höher ausfallen als die jährlichen Inflationsraten.

Die breiten Aktienmärkte crashten allerdings gleich drei Quartale hintereinander. Geldvermehrung? Fehlanzeige! Zu groß ist die Angst vor steigenden Zinsen, die die Konjunktur abzuwürgen drohen. Eine nachhaltige Trendwende lässt derzeit auf sich warten.

Darüber hinaus schätzen viele Sparer in Krisen und Kriegszeiten eine Wertanlage besonders: Gold. Doch die Zinserhöhungen der Notenbanken und ein starker US-Dollar vermiesen derzeit die Performance des gelben Edelmetalls.

Mittel gegen Inflation: Die richtige Mischung machts

Die logische Konsequenz des Dilemmas ist, das Portfolio flexibler aufzustellen, wobei einerseits Aktien in den Vordergrund rücken, die von einer steigenden Inflation profitieren. Hierzu zählen etwa Produzenten knapper Rohstoffe oder fossiler Energieträger, aber auch Aktien von Anbietern, die unverzichtbare und täglich notwendige Konsumgüterprodukte herstellen.

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Andererseits rücken Mischfonds in den Mittelpunkt des Interesses. Das Versprechen der Anbieter ist es, nicht nur auf eine Anlageklasse wie etwa ausschließlich Aktien oder Anleihen zu setzen, sondern je nach Marktsituation die richtigen Anlageklassen anzuzapfen, um selbst im Crash Geld zu verdienen.

Der Haken: Viele Mischfondsmanager bauen lediglich auf einen Mix aus Aktien und Anleihen. Doch die goldene Regel der klassischen Vermögensaufteilung stößt im aktuellen Börsenjahr an seine Grenzen. Denn auch die Kurse von Anleihen brachen zuletzt deutlich ein und fallen im Gleichschritt mit den Aktienmärkten. Während sich die Aussichten bei Aktien durch den Krieg, die Rezessionsängste und die Energiekrise verschlechtert haben, fallen verzinste Wertpapiere, weil aufgrund der Zinserhöhungen neue Anleihen mit höheren Coupons die alten Papiere aus der Nullzins-Phase der vergangenen Jahre völlig unattraktiv machen.

Mischfonds-Mix aus Aktien, Anleihen, Rohstoffen, Gold, Immobilien, Derivaten, Kryptos …

Deshalb sind Geldmanager im Vorteil, deren Universum über die beiden herkömmlichen Assetklassen hinausreicht. Der Fantasie sind dabei keine Grenzen gesetzt und die Anzahl der Lösungen, die sich in den Vergleichsgruppen tummeln, ist mannigfaltig und kaum noch miteinander vergleichbar. Infrage kommen neben Aktien und Anleihen beispielsweise Rohstoffe, Gold, Immobilien, Derivate zur Absicherung oder Wetten auf fallende Kurse und sogar CO2 Zertifikate oder Kryptowährungen. Stichwort: Multi-Asset!

 

Allein die FWW-Kategorie der flexiblen Mischfonds fördert mehr als 1.300 unterschiedliche Angebote zutage, die jedoch in Summe seit Jahresbeginn rund 12 Prozent verloren haben.

Die Redaktion hat sich deshalb auf die Suche nach den besten Misch- und Strategiefonds gemacht. Voraussetzung um in diesem Ranking zu bestehen ist eine absolut positive Rendite im Jahr 2022 sowie eine ausgezeichnete Wertentwicklung in den vergangenen drei Jahren. Sortiert sind die Fonds nach ihrer Performance seit Jahresbeginn.

Keine Frage: Langfristig haben Aktienfonds trotz des jüngsten Kurseinbruchs die besten Karten. Auf kürzere Sicht bieten Misch- und Strategiefonds jedoch die schwankungsärmere Alternative, vor allem, weil Anleihen wieder attraktiver werden.

Stand aller Daten: 11. Oktober 2022

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