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Moventums neuer Vermögensmanagement-Chef „Im Crash kauften wir Anleihefonds, die es richtig zerlegt hatte“

Carsten Gerlinger, Moventum
Carsten Gerlinger, Moventum: „Zu hohe Managementgebühren können einen Fonds schon mal disqualifizieren“ | Foto: Moventum AM, Blinkblink

DAS INVESTMENT: Herr Gerlinger, Sie leiten seit August die Vermögensverwaltung von Moventum. Haben Sie sich in Ihrer neuen Funktion schon eingefuchst?

Carsten Gerlinger: Auf jeden Fall. Meine Arbeit an sich hat sich ja nicht grundlegend geändert, und ich bin schon seit 2015 bei Moventum. Es sind lediglich mehr Verantwortung und einige administrative Dinge hinzugekommen. Der Schwerpunkt liegt nach wie vor auf dem Portfoliomanagement, und damit habe ich seit weit über 20 Jahren zu tun.

Was haben Sie denn als erstes getan?

Gerlinger: Im Grunde ging es mit „Business as usual“ los. Das klappt hervorragend. Wir sind ein eingespieltes Team, weshalb ich nicht den großen Umbruch starten musste.

Bei der Fondsauswahl lassen Sie sich von Fondsconsult helfen. Wie viel liefern die, und wie viel machen Sie?

Gerlinger: Wir haben alle drei Monate eine Asset-Allocation-Konferenz, bei der uns Experten ihr Weltbild darlegen und Mitarbeiter von Fondsconsult mit dabei sind. Wir legen nach diesen drei Tagen unsere Asset Allocation fest. Dabei geht es um Anlageklassen, Regionen, Branchen, Durationen und so weiter. Wieder einige Tage später liefert uns Fondsconsult Vorschläge dafür, welche Fonds es für geeignet hält.

Mit Stimmrecht?

Gerlinger: Nein, Fondsconsult tritt als reiner Berater auf.

Und wenn Sie die Fonds nicht mögen?

Gerlinger: Das kommt durchaus vor. Wir fragen dann nach, ob wir einen zusätzlichen Vorschlag bekommen könnten.

Was könnte Sie an einem Fonds stören?

Gerlinger: Wir sind beispielsweise sehr kostenbewusst. Wenn uns also die Managementgebühren als zu hoch erscheinen, kann das einen Fonds schon mal disqualifizieren. Bei anderen Fonds kennen wir vielleicht schon den Manager und haben eine Meinung, die sich nicht ganz mit der von Fondsconsult deckt. Es kann auch vorkommen, dass wir zu einem vorgeschlagenen Fonds schon eine Alternative kennen und besser finden.

Wann finden Sie einen Fonds so richtig gut.

Gerlinger: Er muss das Szenario, das wir im Kopf haben, richtig abbilden. Ich war zum Beispiel vor einigen Jahren in London auf einer Konferenz. Da stellte ein Manager von Morgan Stanley seinen Fonds vor und erklärte, wie er Aktien auswählt und prüft und dann ins Portfolio nimmt. Das war tatsächlich so, wie ich mir einen guten Aktienfonds vorstellte. Es muss einfach passen.

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