Herzogtum Luxemburg Foto: Ervin Gjata / Pixabay

Fondsstandort Luxemburg „Der Brexit gab zusätzlichen Schub“

Beim Fußball und damit auch bei der laufenden Europameisterschaft spielt das kleine Herzogtum in der Mitte Europas keine wirkliche Rolle. Bei Fonds sieht das anders aus: Luxemburg hat sich in den vergangenen Jahren zu einem der wichtigsten Finanzzentren Europas und der Welt gemausert. Nach den USA ist Luxemburg das zweitwichtigste Domizil von Investmentfonds und das größte in Europa – und der Anteil wird noch steigen.

Die jüngsten Zahlen der European Fund and Asset Management Association (Efama) zeigen: Am weltweiten Nettovermögen von Investmentfonds zum Ende des dritten Quartals 2020 hielten die USA mit 48,2 Prozent und Europa mit 32,6 Prozent die größten Anteile. China (3,7), Australien (3,6), Japan (3,6), Kanada (3,1), Brasilien (2,6), Südkorea (1,0), Indien (0,6) und Südafrika (0,3 Prozent) folgen weit abgeschlagen auf den nächsten Plätzen. Innerhalb Europas liegt Luxemburg mit 9 Prozent des weltweiten Investmentfondsvermögens vor Irland mit 5,9, Deutschland mit 4,6, Frankreich mit 3,8 und Großbritannien mit 3,1 Prozent.

Der Brexit gab dabei einen zusätzlichen Schub: Viele Finanzdienstleister haben große Teile ihres Geschäfts aus London abgezogen und in andere europäische Städte verlagert. Dabei zeigt sich eine Spezialisierung: Frankfurt hat vor allem reine Banken angezogen, Amsterdam viele Handelsgeschäfte. Luxemburg liegt vorn, wenn es um Asset-Manager geht: Hier gibt es ein umfassendes Ökosystem, das Vermögensverwalter und Fondsaufleger nutzen.

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