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Nachhaltige Themeninvestments Investmenttrend Solarenergie

Reinigung von Solarpanelen
Reinigung von Solarpanelen: Kleine, dezentrale Solaranlagen können Energiesicherheit schaffen und zur Abkehr von fossilen Brennstoffen beitragen. | Foto: Imago Images / Xinhua
Ulrik Fugmann (links) und Edward Lees, BNP Paribas AM

Es glitzert, so weit das Auge reicht – und noch weiter: Mehr als 10 Millionen Solarpanele reihen sich im Bhadla Solar Park auf einer Fläche in der Größe von rund 8.000 Fußballfeldern. Der Solarpark im indischen Rajasthan zählt zu den größten der Welt. Solche Mega-Anlagen sollen nicht nur in Indien helfen, den Energiemix weg von fossilen Brennstoffen hin zu sauberen Alternativen zu lenken. 

Die Kraft der Sonne lässt sich jedoch nicht nur im großen Stil nutzen. Mit Solar geht Dekarbonisierung ebenfalls über Dezentralisierung. Statt riesiger Kraftwerke können wenige Solarmodule auf einem Hausdach den Energieverbrauch der Bewohner bedienen. John Berger, Chef und Gründer von Sunnova Energy International, sieht hier riesiges Potenzial. Sein Unternehmen im texanischen Houston hat sich auf Solaranlagen für Wohngebäude spezialisiert.

Der Trend weckt nicht nur das Interesse privater Verbraucher, sondern auch von Investoren. „Als Asset Manager von Portfolios aus dem Umweltsektor identifizieren wir die neusten Umweltlösungen auf dem Markt und analysieren die Unternehmen, die wirklich etwas bewirken können“, sagt Edward Lees, der zusammen mit Ulrik Fugmann die Environmental Strategies Group von BNP Paribas Asset Management leitet. Dazu reicht es den beiden nicht, Daten und Zahlen zu wälzen: Sie wollen die Geschäftsidee von Grund auf verstehen. Das ist bei innovativen Ansätzen und neuen Trends besonders wichtig. Sie stehen daher im regelmäßigen Austausch mit Führungskräften von Unternehmen. Dabei geht es nicht nur um die Geschäftsmodelle an sich, sie wollen auch wertvolle Erfahrungen über die jeweiligen Branchen und ihre Wachstumsaussichten sammeln.

Private Verbraucher wollen zuverlässige Energiequellen

Ein solches Gespräch haben die beiden beispielsweise mit John Berger geführt und ihn über das anhaltende Wachstumspotenzial der Solarenergie und mögliche Umwälzungen im Sektor befragt. Eine wachsende Nachfrage nach sauberen Energien, Elektromobilität und spürbare Effekte des Klimawandels sprechen nach Ansicht Bergers für eine solche Transformation. Der Sunnova-CEO sieht allerdings nicht nur den Klimaschutzgedanken als Motor für eine dezentrale Stromversorgung. Vielmehr wolle der private Verbraucher eine zuverlässige Energiequelle haben. Wenn der Strom erst einmal ausfällt, wie etwa vor gut einem Jahr, als eisiges Winterwetter einige Millionen Haushalte in Texas von der Energieversorgung abschnitt, wird einem bewusst, welche zentrale Rolle Strom in unserem Leben mittlerweile spielt.

Dazu tragen auch veränderte Lebensgewohnheiten sowie technologischer Fortschritt bei. In der Pandemie haben viele das Arbeiten am heimischen Schreibtisch kennen und schätzen gelernt. Das Internet der Dinge ermöglicht die digitale Vernetzung von Haushaltsgeräten. E-Autos wollen geladen werden. Kurzum: Eine stabile Stromversorgung wird immer wichtiger.

Die Dezentralisierung muss nach Bergers Ansicht nicht auf einzelne Immobilien beschränkt sein. Mikronetze oder virtuelle Kraftwerke können solarbetriebene Energiequellen innerhalb einer Gemeinde zusammenführen, einzelne Häuser verbinden und größere Dachflächen gewerblicher Gebäude voll nutzen. Er geht davon aus, dass derartige Initiativen zunächst in den USA erprobt werden und bei Erfolg weltweit eingeführt werden können.

Zentrale und dezentrale Energiesysteme kombinieren

In Bergers Vision ähnelt das Energiesystem aller Länder in Zukunft dem Internet, mit einer Kombination aus zentralen und dezentralen Energiesystemen. Das zentrale System kann Lücken schließen, wenn die Sonne mal nicht scheint. Batterien zum Speichern überschüssiger Energie helfen hier ebenfalls. Die Energieversorgung der Zukunft müsse eine hohe Widerstandsfähigkeit aufweisen. Ziel sei es, Energieunabhängigkeit und ein Leben ohne (Strom-)Unterbrechung zu schaffen.

Um den Solarausbau voranzutreiben, braucht es natürlich auch Investoren. Ohne die Unterstützung von Asset Managern und Vermögensverwaltern sieht der Sunnova-Chef kaum eine Chance, dass die Transformation gelingt. Gerade Unternehmen, die Innovationen auf den Markt bringen, benötigen Kapital.

Solche Firmen sind auch für BNP Paribas Asset Management interessant. Im nachhaltigen Themenfonds BNP Paribas Energy Transition beispielsweise zählen Geschäftsideen rund um die Solarenergie zum Anlageuniversum. Das Fondsmanagement hat aber noch viel mehr Unterthemen im Blick. „Der Kampf gegen den Klimawandel wird in den kommenden Jahrzehnten zu enormen Veränderungen führen und daraus ergeben sich spannende Investmentmöglichkeiten. Gespräche mit führenden Vertretern der Wirtschaft und Unternehmensmanagern helfen, den Überblick im sich rasch wandelnden Markt zu behalten und einzuschätzen, wo das Geld unserer Anleger besonders gut aufgehoben ist“, sagt Fugmann.