Björn Drescher, Gründer und Chef der Kölner Beratungsgesellschaft Drescher & Cie. | © Drescher & Cie. Foto: Drescher & Cie.

Dreschers Fondsgedanken

Nachhaltigkeit? Jetzt gerade!

Oder auch: „Der Corona- Virus hat für die (Um-)Welt in zwei Monaten mehr getan als staatliche Regulierung in fünf Jahren“. Haben Sie Sätze dieser Art in den letzten Wochen auch schon mal gehört?

Vielleicht sind physische Versammlungen Marke „Fridays for Future“ derzeit aus der Mode, in jedem Fall aber untersagt. Viele Kinder würden jetzt freitags gerne zur Schule gehen und dürfen es nicht. Und ja, in den Kanälen Venedigs kann man vielerorts wieder den Grund sehen. Und auch die Luftaufnahmen chinesischer Metropolen zeugen von geringerer Smogbelastung.

Schon hat der eine oder andere spirituell veranlagte Mensch die „unsichtbare Hand“ der Natur im Verdacht, ihr im Gewand des Virus im wahrsten Sinne des Wortes Luft zu verschaffen und der an ihr klebenden menschlichen Klette einen Denkzettel zu verpassen.

Die spannende Frage lautet aber doch eigentlich: „Wie wird sich die Situation verändern, wenn wir den sprichwörtlichen Riemen wieder auf die Orgel schmeißen und anfahren?“ Müssen die Schornsteine dann um jeden Preis rauchen? Kommt dann im Sinne der Bedürfnispyramide nach Maslow und der Dreigroschenoper nach Brecht wieder erst das Fressen und dann die Moral?

Wir wollen es nicht hoffen! Es wäre zu schade! Und eine ganze Menge Gründe sprechen dagegen. So steht beispielsweise nicht zu erwarten, dass die eingeleiteten Regulierungsmaßnahmen revidiert werden. Ganz im Gegenteil. Dringend benötigte staatliche Unterstützungen, Prämien und Kredite, können jetzt neben ökonomischen, auch an nachhaltige Bedingungen geknüpft werden.

Nachhaltige Kapitalanlagen und Investitionen, können gefördert werden. Zudem haben die jüngsten Einschränkungen der Bewegungsfreiheit die Menschen unfreiwillig digitalisiert und ihre Wertvorstellungen vielfach neu justiert und priorisiert, was längerfristig positive Verhaltensänderungen mit Blick auf das gesellschaftliche Zusammenleben, die Mobilität und den Verbrauch von Ressourcen bewirken könnte.

Wir dürfen die Chance nicht ungenutzt lassen, gerade jetzt, eine nachhaltigere Normalität zu schaffen, zu der wir wieder zurückkehren wollen.

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