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in Politik & GesellschaftLesedauer: 3 Minuten

Ökoworld-Chef zum Klimagipfel „Die größten Klimasünder wollen sich aus der Verantwortung ziehen“

Der Klimagipfel Cop 27 in Ägypten
Der Klimagipfel Cop 27 in Ägypten: „Die diesjährige Weltklimakonferenz hat lediglich einen Teilerfolg hervorgebracht“, so Platow. | Foto: Imago Images / Photothek

Wie schon bei den vorangegangenen Klimagipfeln konnte man sich auch in Scharm El-Scheich erst nach dem offiziellen Ende der globalen Konferenz auf ein Schlussdokument einigen. Die von der Klimaerwärmung am härtesten betroffenen Staaten hoffen auf einen Schadenersatzfonds. Die Zusagen der größten Treibhausgasverursacher blieben jedoch drastisch hinter den Erwartungen zurück. Bei dem zentralen Thema, dem im Vorjahr noch bekräftigten 1,5-Grad-Ziel, gab es keine Fortschritte, im Gegenteil: Aktuell reichen die nationalen Klimaschutzzusagen lediglich aus, um die Klimaerwärmung auf 2,5 Grad Celsius zu begrenzen.

Ambitioniertere Zusagen großer Emittenten wären notwendig gewesen, und auch Deutschland blieb hinter seinen Zielvorgaben zurück, wenig überzeugend, auch mit Blick auf die aktuelle Gas-Importstrategie. Die Staaten bekräftigten zwar ihre im Vorjahr in Glasgow getroffene Entscheidung, schrittweise aus der Kohle auszusteigen, ein Abschied von Öl und Gas wurde aber nicht beschlossen.

Einen Grund zu feiern gibt es demnach leider nicht. Die diesjährige Weltklimakonferenz Cop 27 in Ägypten hat lediglich einen Teilerfolg bei einem Kernanliegen hervorgebracht, mit dem die Entwicklungsländer bisher gescheitert waren. Die für die Emission hauptverantwortlichen Industrieländer werden sich an einem globalen Schutzschirm gegen Klimarisiken und damit an den Verlusten und Schäden beteiligen, die schon heute in vielen Ländern festzustellen sind.

 

China als Spitzenreiter unter den Klimasündern

Bisher lehnten die Industrieländer solche Entschädigungszahlungen als Zeichen eines Zugeständnisses entschieden ab, um nicht Gefahr zu laufen, für Schäden haftbar gemacht zu werden. China stößt als Spitzenreiter unter den Klimasündern fast ein Drittel der CO2-Emissionen aus, gefolgt von Indien und den USA. Nicht aus dem Auge verlieren darf man an dieser Stelle aber auch, dass viel CO2 in China als verlängerte Werkbank des Westens verblasen wird, um uns und die globale Welt mit Waren aus dieser Produktion zu versorgen. Ergebnis der Klimakonferenz ist bedauerlicherweise auch, dass China sich mit dem Verweis auf seinen Status als Schwellenland am Klimaschutzschirm zunächst nicht beteiligen möchte. Auch Saudi-Arabien, auf Platz Fünf der Rangliste der höchsten Pro-Kopf-Emissionen, will nicht in den Fonds einzahlen.

Es ist schon hart zu verdauen, dass die großen Klimasünder sich aus der Verantwortung ziehen wollen. Laut einem Report der britischen Denkfabrik Carbon Disclosure sind die drei größten Klimasünder das Bergbauunternehmen China Coal, der Öl-Gigant Aramco aus Saudi-Arabien und der russische Konzern Gazprom. Im finalen Papier des Weltklimagipfels werden die Staaten außerdem aufgefordert, ihre Klimaschutzpläne bis zur nächsten Klimakonferenz zu optimieren. Diese findet Ende 2023 in den Vereinigten Arabischen Emiraten statt. Die Nachbesserungen sind freiwillig, eine Verpflichtung gibt es nicht.

Über den Autor:

Alfred Platow ist Gründer und Vorstandsvorsitzender von Ökoworld. Er gilt als Pionier auf dem Gebiet ethisch-ökologische Fonds. 

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