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Umfrage zu Nachhaltigkeit Vermögensverwalter wollen Unternehmen stärker beeinflussen

COP 26
COP 26: Teilnehmer der UN-Klimakonferenz 2021 in Glasgow | Foto: Imago Images / NurPhoto

Vermögensverwalter setzen verstärkt auf Engagement in Nachhaltigkeitsthemen. Das ist ein Ergebnis der 7. globalen ESG-Umfrage von Russell Investments. 90 Prozent der Befragten sprechen demnach mit den Managern von Unternehmen, in die sie Geld gesteckt haben, über ESG-Aspekte; ESG steht für Environment, Social, Governance – also Umwelt, Soziales, Unternehmensführung. Der Anteil hat sich in den vergangenen vier Jahren um 10 Prozentpunkte erhöht. Noch stärker als auf der Aktienseite ist das Engagement bei Anleiheinvestments: Dort besprechen 92 Prozent der Vermögensverwalter ESG-Aspekte mit den Emittenten.

„Die Umfrage hat erneut gezeigt, dass ESG nicht länger ein optionales Extra, sondern ein wesentlicher Bestandteil der Entscheidungsfindung ist”, sagt Bettina May, Vertriebschefin für Deutschland und Österreich bei Russell Investments. Der Klimawandel sei für Vermögensinhaber ein so wichtiges Thema geworden, dass Vermögensverwalter hier Fortschritte zeigen müssten, um nicht ins Hintertreffen zu geraten.


Russell Investments hat weltweit 369 Vermögensverwalter befragt. Diese kümmern sich um insgesamt 79,6 Billionen US-Dollar, die in Anlageklassen wie Aktien, Anleihen, Sachwerte und alternativen Investments stecken.

Als dominierenden Bereich für die Kunden nannten 60 Prozent der Umfrageteilnehmer das Thema Klima und Umwelt. Gefolgt vom Thema Diversität, Integration und Sozialem, das 20 Prozent nannten.


Mit 80 Prozent stuften Asset Manager die Governance als wichtigsten ESG-Faktor für ihre Investitionsentscheidung ein. Dies unterstreiche die branchenübergreifend hohe Bedeutung einer guten Unternehmensführung für den langfristigen Firmenwert, so Russell Investments. Allerdings hat sich die Zahl derer, die den Faktor Umwelt als wichtigsten ansehen, binnen vier Jahren von 5 auf 14 Prozent beinahe verdreifacht. Sozialaspekte wurden von 6 Prozent der Antwortenden als wichtigster ESG-Faktor genannt.

Qualitative oder quantitative ESG-Bewertungen lassen weltweit mehr als 80 Prozent der befragten Manager beim Anlageprozess einfließen. Annähernd alle europäischen Vermögensverwalter gaben an, dass sie ESG in ihre Anlageprozesse einbinden.

Die Umfrage zeigt zudem, dass sich Vermögensverwalter ihre ESG-Ansichten stark auf Grundlage interner Analysen bilden, externe ESG-Datenanbieter aber zusätzlich nutzen. In Europa beschäftigen 88 Prozent der Asset Manager eigene Nachhaltigkeitsexperten.

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