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Schlagabtausch auf Social Media Whistleblowerin und DWS-Chef diskutieren auf Linkedin

Neuer DWS-Chef Stefan Hoops
DWS-Chef Stefan Hoops: Der Nachfolger von Asoka Wöhrmann diskutiert auf Linkedin mit Whistleblowerin Desiree Fixler. | Foto: imago images / ITAR-TASS

„Ihr habt nie mit mir gesprochen, woher wollt ihr also wissen, was passiert ist?“, fragt Fixler auf Linkedin an DWS-Chef Stefan Hoops gewandt. „Meine Anschuldigungen haben nichts mit der EU-Taxonomie (das heißt Atom und Gas) zu tun, sondern mit der SFDR, der Bafin und den SEC-Vorschriften. Die Angelegenheit wird noch untersucht, und wir wissen nicht, wie das Urteil ausfallen wird. Bitte zeigen Sie etwas Respekt für ein ordnungsgemäßes Verfahren und die amerikanischen und deutschen Regulierungsbehörden.“

Die Whistleblowerin nimmt mit ihrem Kommentar Bezug auf einen Linkedin-Beitrag des neuen DWS-Chefs Stefan Hoops. Der schreibt darin, dass er die kritische Berichterstattung über die DWS-Gruppe eigentlich in Kauf nehmen sollte, aber ab und zu der Wettbewerber in ihm die Oberhand gewinne.

Stabile Leistung, wenig Fluktuation

Aus seiner Sicht verschleierten Aktienanalysten bei ihrer negativen Betrachtung der DWS-Ergebnisse für das zweite Quartal beispielsweise, dass die gebührengenerierenden Vermögenswerte des Unternehmens bemerkenswert stabil seien. Zudem verzeichnete das Unternehmen keinen Anstieg bei der Fluktuation der Mitarbeiter und die Teams kämen in den „turbulenten Märkten gut zurecht“.

 

„Bei ESG konzentrieren wir uns voll und ganz darauf, unsere Vergangenheit aufzuarbeiten und sicherzustellen, dass alle Lehren daraus umgesetzt werden. Wir haben mehr Erfahrung als die meisten anderen im Umgang mit unklaren Vorschriften, was in einer Welt, in der immer noch darüber diskutiert wird, ob Atomkraft grün ist, und in der ESG bei den Zwischenwahlen in den USA eine wichtige Rolle spielen wird, sehr nützlich sein wird. Auch hier gibt es nichts Neues zu berichten“, schreibt Hoops weiter.

Social-Media-Schlagabtausch statt direkten Gesprächs

Auf den Kommentar der Whistleblowerin reagiert der DWS-Chef etwas verschnupft und bittet sie für ihre Bedenken „geeignetere Kanäle“ zu verwenden. Fixler bezweifelt, dass sich geeignetere Gesprächskanäle tatsächlich finden werden.

Sie fordert Hoops auf, Nachweise für die Quartalszahlen mit einer Aufschlüsselung vorzulegen und fragt, ob die US-Investoren angemessen informiert worden seien. Zudem weist sie den CEO darauf hin, dass Leute wie er viel verdienen dürften, aber dass sie dafür auch einen Mehrwert schaffen sollten.

 

Desiree Fixler brachte Ermittlungen gegen die DWS ins Rollen

Hintergrund der Auseinandersetzung sind die seit Januar laufenden Ermittlungen gegen die DWS aufgrund von Greenwashing-Vorwürfen. Die frühere Nachhaltigkeitsbeauftragte der DWS Fixler hatte die Ermittlungen mit ihren Aussagen im vergangenen Jahr ins Rollen gebracht. Demnach soll der Vermögensverwalter Angaben zu Nachhaltigkeitskriterien zu hoch angesetzt haben und bei Themen in Wahrheit nicht so weit fortgeschritten sein wie angegeben. Die DWS hat die Anschuldigungen stets zurückgewiesen.

 

 

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