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European Single Access Point Efama begrüßt Esap-Pläne der EU-Kommission

Europäische Flagge in Brüssel
Europäische Flagge in Brüssel: In der belgischen Hauptstadt sitzt auch die EU-Kommission. | Foto: imago images / NurPhoto

Alle Informationen bezüglich der Nachhaltigkeit von Unternehmen sollen an einer zentralen Stelle gesammelt werden und dort für Interessenten auch einsehbar sein. Dieser Vorschlag der EU-Kommission stößt beim europäischen Fondsverband Efama auf Zustimmung. Das Vorhaben der Kommission läuft unter dem Namen „European Single Access Point“ (Esap). Die Brüsseler hatten den Plan im Zusammenhang mit anderen „Maßnahmen zur Stärkung europäischen Kapitalmärkte“ am vergangenen Donnerstag vorgestellt.

Bei Efama zeigt man sich erfreut: Bislang seien Informationen über die Nachhaltigkeit europäischer Unternehmen noch lückenhaft und nur verstreut erhältlich. „Die Zusammenführung aller veröffentlichten Finanz- und ESG-Unternehmensinformationen an einem einzigen Ort würde erheblich zur Integration des EU-Kapitalmarkts beitragen und den Anlegern Zeit und Ressourcen sparen“, heißt es von Efama. Auch das Problem, dass sich Informationen aktuell nur selten maschinell verarbeiten ließen, würde damit behoben: Nur 5 Prozent der von Unternehmen übermittelten meldepflichtigen Informationen seien bislang maschinenlesbar, erinnert man bei Efama.

Der Esap soll Informationen enthalten aus 37 unterschiedlichen Gesetzeswerken versammeln. Anleger hätten damit freien Zugang zu geordneten und vergleichbaren Informationenl.

Umsetzung des European Single Access Point ab 2024

Der zentrale Esap-Zugang soll zwischen 2024 und 2026 Schritt für Schritt eingerichtet werden, stellt die EU-Kommission in Aussicht. Bei Efama hält man den Zeitrahmen für zu großzügig bemessen. Denn nur mit den in Aussicht gestellten zentralen Informationen könnten Investoren den Nachhaltigkeits-Status von Unternehmen richtig einschätzen. Dieses Wissen könnte wiederum neue Investitionen nach sich ziehen und gleichzeitig die Unternehmen beflügeln, sich noch nachhatliger aufzustellen. Insofern hält man bei Efama Eile für geboten.

Ausdrücklich begrüßt der europäische Fondsverband, dass die EU-Kommission auch kleineren, nicht börsennotierten Unternehmen und Unternehmen außerhalb der EU ermöglichen will, entsprechende Informationen an das europäische Nachhaltigkeitsregister zu liefern. Das werde den Unternehmen Kapital bescheren. Investoren hätten gleichzeitig eine breitere Auswahl nachhaltiger Titel.

Als Wunsch führt Efama an: Das Esap-Register solle wirklich nur solche Informationen abfragen, die auch tatsächlich öffentlich zugänglich sind – es dürfe dabei nicht um vertrauliche Informationen gehen, die etwa rein für die eigenen Anleger bestimmt sind. Insgesamt zeigt man sich mit den Vorschlägen aber zufrieden: Man wolle man die Esap-Pläne weiter prüfen und stehe der Kommission und anderen europäischen Gremien als Dialogpartner zur Verfügung, heißt es von Efama.

Auch der deutsche Fondsverband BVI hat sich zu den Plänen einer einheitlichen europäischen ESG-Datenschnittstelle geäußert. Dort gibt man zu bedenken: Der Erfolg von Esap hänge an der konkreten Umsetzung des Projekts: „Die Nutzung des Esap wird von dessen technischer Ausgestaltung abhängen“, heißt es von dem Verband.

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