Windrad bei Hamburg Foto: Imago / Christian Ohde

ESG-Studie

Versicherer sehen sich auf Kurs

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Die Integration von ESG-Faktoren gewinnt bei der Kapitalanlage deutscher Versicherer zunehmend an Bedeutung. Das ist das Fazit einer Studie der Investmentgesellschaft Candriam und der Versicherungsforen Leipzig mit dem Ziel, den Status Quo der Unternehmen bei der Implementierung von Nachhaltigkeitsaspekten in der Kapitalanlage darzustellen, die wesentlichen Erfolgsfaktoren herauszuarbeiten und Hürden sowie geeignete Lösungsansätze bei der Umsetzung abzuleiten.

Regulatorik als maßgeblicher Treiber

Demnach gelte allem voran die Regulatorik als ein maßgeblicher Treiber der Branche. Und obwohl die nationalen und internationalen Bestimmungen noch keine Verbindlichkeit herstellen, sorgen sie für eine beschleunigte Implementierung von Nachhaltigkeitskriterien, heißt es von der Investmentgesellschaft. Versicherer ohne bestimmte Agenda würden noch auf eine Konkretisierung der regulatorischen Anforderungen warten.

Aktienportfolios als Ausgangspunkt interner ESG-Screenings

Als Ausgangspunkt interner ESG-Screening dienen der Studie zufolge zumeist liquide Assets, insbesondere Aktienportfolios. Als Grund wird die vergleichsweise solide Datenabdeckung genannt. Dieses Konzept werde zunehmend auch auf Anleihen, alternative Assets und Immobilien ausgeweitet.

Für die vollumfängliche Umsetzung eines Nachhaltigkeitskonzepts bedürfe es hingegen eines unternehmensindividuellen Ansatzes, heißt es von Candriam. Hierzu würden in der Regel Datenanbieter und Ansprechpartner wie zum Beispiel Asset Manager, konsultiert. Bei externen Mandaten sei die Übereinstimmung des Auswahlprozesses mit dem internen Modell oder Rahmen und den Zielen des Versicherers maßgeblich.

 Als Herausforderung sehen die Studienteilnehmer die Überführung der Konzepte in die Prozesse des Kapitalanlagemanagements und die eigene Erstellung von Key-Performance-Indikatoren. Fehlende, schwierig zugängliche oder nicht harmonisierte valide Daten werden als weiteres Problemfeld genannt. Insgesamt nähern sich die Versicherer dem Thema mit unterschiedlichem Tempo, kommentiert Matthias Schober, Leiter des Bereichs Kapitalanlagemanagement bei den Versicherungsforen Leipzig die Studienergebnisse.

 Die Studie basiert auf Angaben von Führungskräften aus sechs deutschen Versicherungsunternehmen, mit denen in den Monaten März und April 2020 Tiefeninterviews geführt wurden.

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