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Kaufhaus von Marks & Spencer in Newcastle: Der britische Einzelhändler zählt zu den ethischsten Unternehmen der Welt. | © Marks and Spencer Foto: Marks and Spencer

Nachhaltige Versicherungen

Nicht länger Nebensache

Vermittler nehmen Abschied von einer alten Gewissheit: Rendite, Risiko, Liquidität – das sogenannte magische Dreieck der Kapitalanlage entwickelt sich zum Viereck. Nachhaltigkeit wird für die Deutschen nämlich zunehmend zur vierten Dimension, die sie bei ihren finanziellen Entscheidungen beachten. Insbesondere die klimabewegte Generation der 18- bis 35-Jährigen sagt, sie würde am liebsten ausschließlich in nachhaltige Geldanlagen investieren.

Das zeigt eine repräsentative Umfrage im Auftrag des Versicherers Zurich, an der etwa 1.000 Deutsche ab 18 Jahren teilnahmen. „Investieren mit gutem Gewissen liegt vor allem bei den Jüngeren zunehmend im Trend“, kommentiert Jacques Wasserfall. „Allerdings sind sie bei ‚grünen‘ Geldanlagen nicht bereit, auf Rendite zu verzichten“, so der Vorstand Leben bei der Bonner Zurich Gruppe Deutschland.

Im direkten Vergleich zweier fiktiver Anlageprodukte sagten zwar 40 Prozent der jüngeren Befragten, dass sie eine leicht unterdurchschnittliche Rendite der nachhaltigeren Alternative hinnehmen würden. Wenn allerdings eine hohe Rendite mit niedrigen Ethikstandards winkt, kommt erst das Fressen und dann die Moral. 45 Prozent würden zugreifen, auch wenn das gewinnträchtige Produkt eigentlich als ethisch und moralisch unvertretbar gilt.

Jacques Wasserfall, Zurich Gruppe Deutschland
Foto: unger-shooting.com

Zum Vergleich: In der Gesamtbevölkerung sind es lediglich 35 Prozent, denen Rendite ganz klar vor Nachhaltigkeit geht. „Nachhaltige Produkte punkten, wenn Nachhaltigkeit und Rendite im Einklang stehen“, so Wasserfalls Fazit. Und weiter: „Noch gehört Nachhaltigkeit in den Augen der Verbraucher nicht zu den wichtigsten Kriterien bei der Entscheidung für ein Anlage- oder Altersvorsorgeprodukt.“

Das bestätigt eine Umfrage für den aktuellen Vorsorgereport der Deutschen Bank. Zugunsten der Nachhaltigkeit würden demnach vor allem Befragte mit einem monatlichen Haushaltseinkommen von mehr als 3.000 Euro netto auf Rendite verzichten. Deutlich weniger waren es bei Geringverdienern mit unter 1.500 Euro auf dem Lohnzettel. „Viele Kunden nehmen es gern mit, wenn die Anlage nachhaltig ist, aber es ist nicht das oberste Ziel“, stellt Wasserfall fest.

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