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Elvis-Fan auf dem Weg zum Parkes Elvis Festival in Sydney: Das Unternehmen Authentic Brands Group verwaltet unter anderem die Rechte an der Marke Elvis. Jetzt ist ein Private-Equity-Fonds von Blackrock eingestiegen. | © Getty Images

Flucht nach vorn

Wie sich die Fondsbranche fit für die Zukunft machen kann

Elvis lebt. Selbst über 40 Jahre nach seinem Tod verkauft er jährlich mehr als eine Million Alben. Mindestens eine halbe Million Menschen besuchen jedes Jahr sein Anwesen in Graceland. Mit rund 36 Millionen Euro erreichte Elvis Presley 2018 nach Michael Jackson das zweithöchste Einkommen von allen toten Stars.

Mit im Boot sitzt dabei das amerikanische Unternehmen Authentic Brands Group, das unter anderem die Rechte an der Marke Elvis besitzt. Über 50 Marken hält es insgesamt, mit einem Jahresumsatz von 9,3 Milliarden Dollar. Und seit diesem Sommer hat es einen neuen Investor. Für rund 788 Millionen Euro übernahm die Investmentgesellschaft Blackrock einen Anteil von rund 30 Prozent.

Der Kauf ist das erste Geschäft von Blackrocks neuem Private-Equity-Fonds Long Term Private Capital (LTPC). Damit ist genau genommen gar nicht der Branchenprimus – umgerechnet rund 5,4 Billionen Euro verwaltetes Vermögen – selbst eingestiegen, sondern seine Anleger sind es. Dieser Fonds richtet sich jedoch schwerpunktmäßig an institutionelle Investoren. Doch für Privatanleger gibt es einen Ausweg. Eine mit Ucits IV vergleichbare Richtlinie, die seit Dezember 2015 in der Europäischen Union gilt, hat eine neue Art von Fonds entstehen lassen. Anleger können seitdem in sogenannte European Long-Term Investment Funds, kurz Eltif, einsteigen. Und hier winken eben solche hoch lukrativen Anlageklassen wie die eingangs erwähnte private Beteiligung an Unternehmen (Private Equity), Kreditgeschäfte abseits der Börse (Private Debt) und Sachwerte wie bestimmte Immobilien, Schiffe oder Flugzeuge. Was früher nur über sehr spezielle geschlossene Fonds möglich war, kann nun über sauber regulierte Vehikel an die breite Masse der Anleger gelangen. Insbesondere die sonst meist ausgeschlossenen Privatanleger können nun deutlich einfacher einsteigen als früher.

Was Blackrock – inzwischen seit 25 Jahren auf dem deutschen Markt aktiv – auch nutzt. Mit dem Blackrock Private Equity Opportunities Eltif hat es einen nagelneuen Fonds auf dem Markt, der es dem LTPC gleichtun soll. Er soll sich weltweit an Unternehmen beteiligen, die Laufzeit beträgt – durchaus branchenübliche – zehn Jahre. Es ist nur ein erster Schritt. Weitere Eltifs mit anderen Anlageklassen und Schwerpunkten sind nach eigener Auskunft geplant.

Für Anleger und deren Berater ist das eine gute Nachricht, denn gleich zwei Trends zugleich werden ihren Portfolios in den kommenden Jahren kräftig zusetzen: die jahrzehntelang und nun weitläufig unter null gesunkenen Renditen am Anleihemarkt und die seit über zehn Jahren steigenden Aktienkurse. Wie viel ist da noch zu erwarten? Keiner weiß es. Sicher ist aber, dass man die Gewinne der Vergangenheit besser nicht einfach in die Zukunft fortschreiben sollte. Allein deshalb ist Private Equity, das in die Anlageklasse der alternativen Investments ebenso wie in die Kategorie Private Markets fällt, so interessant. Es kann die entstandene Renditelücke füllen.

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