Klimaschutz-Investments Der Haken bei den Green Bonds

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Der Haken bei Green-Bond-Fonds

Was eine grüne Anleihe auszeichnet, regeln die „Green Bond Principles“ (GBP). Darin heißt es: „Green Bonds sind alle Arten von Anleihen, bei denen die Erlöse exklusiv grüne Projekte ganz oder teilweise finanzieren oder refinanzieren.“ Heißt also: Das Geld soll die Umwelt schützen oder den Klimawandel bekämpfen. Zudem müssen die Emittenten bestimmte Kriterien einhalten, zum Beispiel regelmäßig über die Projekte berichten.

Manche Anleihen sind direkt Projekten zugeordnet, mitunter speisen die Einnahmen sogar die Zinsen. Andere Anleihen finanzieren Teile von mehreren Projekten. Und andere Grünpapiere sind einfach nur Unternehmensanleihen, dann aber von in Öko-Branchen tätigen Firmen. Verfasst hat die Regeln der in Zürich sitzende Branchenverband International Capital Markets Association (ICMA). 

Öko-Prinzipien sind nicht bindend

Der Haken: Die GBP sind nicht bindend, und der Begriff Green Bond ist nicht geschützt. Investoren müssen jedes Papier einzeln prüfen. „Noch immer kann jeder eine Anleihe ausgeben und grün nennen“, heißt es in einer Analyse von NN Investment Partners.

Wie heikel die Sache ist, zeigte eine Anleihe des spanischen Ölkonzerns Repsol aus dem Mai. Repsol gab sich so offenherzig wie nur irgend möglich, was auch einigen Beifall fand. Sorgen bereitete aber der Zweck der Anleihe. Zwar will Repsol mit dem Geld seine Raffinerien auf Vordermann bringen und so 1,2 Millionen Tonnen Kohlendioxid im Jahr sparen. Allerdings heißt das, dass die Raffinerien länger in Betrieb bleiben und deshalb länger Treibhausgase ausstoßen – so zumindest das Argument der Kritiker. Kurzum: Die Anleihe ist in einigen Green-Bond-Indizes und -Fonds nicht vertreten.

Green Bonds sind ein noch kleines Segment. Ein Renditevorteil ist nicht erkennbar, aber ein Nachteil auch nicht. Die Laufzeiten bewegen sich derzeit um die fünf Jahre, Tendenz steigend. Doch darum geht es hier nicht. Es geht um das Signal, dass der Klimawandel in der Finanzwelt endlich ange kommen ist und dass sie beginnt, den teuren Kampf dagegen zu finanzieren. Und das ist definitiv eine sehr gute Nachricht.