Klima-Protest: Die EU will den Klimaschutz politisch voranbringen. | © Imago Images Foto: Imago Images

Vermögensverwalter Dyrk Vieten

Nachhaltige Investments erhalten EU-Schützenhilfe

Das Thema Nachhaltigkeit ist in aller Munde und zieht sich durch alle Bereiche. Auch den Finanzsektor lässt das nicht unberührt. Die Zahlen sprechen dafür: 2018 wurden rund 219,1 Milliarden Euro in nachhaltige Projekte investiert, und die Assets von Investmentfonds und Vermögensverwaltern legten bis Ende 2018 um mehr als 41 Milliarden Euro auf insgesamt 133,5 Milliarden Euro zu. Tendenz: massiv steigend.

Diese Entwicklung wird auch politisch maßgeblich gesteuert. Im Zuge des Pariser Nachhaltigkeitsabkommen und dem Ziel, bis 2050 CO2-Neutralität herzustellen, ist eine Initiative für Nachhaltigkeit in der Europäischen Union geschaffen worden. Diese will unter anderem so viel privates Kapital wie möglich in nachhaltige Investments führen. Der Hintergrund: Es sind laut der EU-Kommission bis zu 270 Milliarden Euro jährlich an Investitionen notwendig, um diese nachhaltigen Ziele zu erreichen.
In dem Zuge hat die Europäische Union eine Taxonomie für nachhaltige Wirtschaftsaktivitäten vorgelegt.

Die grüne Taxonomie wird europaweit definieren, welche wirtschaftlichen Aktivitäten sich nachhaltig nennen und damit in einem als nachhaltig beworbenen Finanzprodukt stecken dürfen: Ziel ist es, Investoren einen Kriterienkatalog an die Hand zu geben, der ihnen hilft, nachhaltige Investments zu identifizieren und ein einheitliches Klassifikationssystem zu schaffen, welche Wirtschaftstätigkeiten wirklich als „nachhaltig“ angesehen werden können.

„Dies ist zum gegenwärtigen Zeitpunkt die wichtigste und dringlichste Maßnahme dieses Aktionsplans“, heißt es dazu bei der Europäischen Union. Die Klassifizierung soll prinzipiell für alle Finanzprodukte gelten, und Anbieter müssen einen Hinweis geben, wenn sie die Klassifizierung nicht anbieten.

Mehr zum Thema
Berenberg-Volkswirt Jörn QuitzauZwischen Moral und GewinnEU-KlassifizierungssystemWas Berater zur Regulierung nachhaltiger Anlagen wissen müssenThomas BarannGothaer erklärt Nachhaltigkeit zur Chefsache