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MFS Investment ManagementAktualisiert am 06.10.2021 - 13:11 UhrLesedauer: 4 Minuten
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Kampf gegen den Klimawandel „Anleger stehen an vorderster Front“

Ausstellung des Künstlers Luke Jerram in London
Ausstellung des Künstlers Luke Jerram in London: In den kommenden zehn Jahren entscheidet sich, ob die ehrgeizigen Ziele des Pariser Abkommens erreicht werden. | Foto: Imago Images / i Images

Herr Popielarski, welche Rolle spielt aktives Management bei nachhaltigen Investitionen?

Dan Popielarski

Dan Popielarski: Solides Research ist für aktive Manager unerlässlich. Neben der Bilanz müssen sie weitere Faktoren berücksichtigen, die Einfluss auf die Geschäftstätigkeit haben. Daher sind tiefgreifende Kenntnisse über die Geschäftstätigkeiten des Unternehmens unerlässlich, um langfristige Chancen zu entdecken. Aktive Manager haben den Vorteil, dass sie sich alle verfügbaren Informationen, einschließlich nicht-finanzieller Daten, einholen können. Sie können abwägen, welche Faktoren einen Einfluss auf das Unternehmen haben und auch einschätzen, wie nachhaltig das Unternehmen wirtschaftet.

Vishal Hindocha

Vishal Hindocha: Nachhaltiges Investieren ist weder etwas Neues noch behandeln wir es als eigenständige Disziplin. Vielmehr ist es mit unserem Anlageprozess verquickt. Wir sind davon überzeugt: Nachhaltiges Investieren unter der Berücksichtigung von Umwelt-, Sozial- und Unternehmensführungsaspekten (ESG), die Ausübung von Stimmrechten und ernsthaftes Engagement erschließt uns langfristige Wettbewerbsvorteile.

Stewardship wird immer wichtiger, aktive Manager sind hier im Vorteil. Was müssen ETF-Anleger in dieser Hinsicht wissen?

Hindocha: Stewardship ist ein heißes Thema geworden – zu Recht. Denn es zeigt, dass durchdachtes Engagement und die Stimmrechtsausübung seitens der Investoren den Unternehmen auf dem Weg in die Zukunft helfen können.

Sowohl passiven als auch aktiven Managern kommt hierbei eine wichtige Rolle zu. Namhafte passive Manager sind zwar einflussreich, können jedoch kein differenziertes Engagement bei Unternehmen erreichen. Umgekehrt ist aktives Management meist stärker fragmentiert. Investoren mit umfassenden Research-Kapazitäten können proaktiv mit Unternehmen zusammenarbeiten, in die investiert wird, um nachhaltige Veränderungen herbeizuführen.

Popielarski: Wir sind davon überzeugt, dass aufgrund von ESG-Integration, Stimmrechtsausübung und Engagement sich unsere Fähigkeit verbessert hat, die Ziele unserer Kunden zu erreichen und damit unserer treuhänderischen Verantwortung gerecht zu werden. Wir sind keineswegs davon überzeugt, dass das Angebot von ESG-orientierten ETF-Produkten Kunden in jedem Fall weiterhilft. Aktive Manager beschäftigen versierte Analysten, die die Unternehmenslandschaft genau kennen und die Spreu vom Weizen trennen.

Angenommen, ein Unternehmen schneidet bei Bewertung und Ausblick gut ab, kann aber bei den ESG-Kriterien nicht mithalten: Wie wirkt sich das auf die Anlageentscheidung aus?

Popielarski: Wir analysieren täglich Faktoren, die die Rendite potenziell beeinflussen könnten. Wenn ein ESG-Risiko für eine bestimmte Investition von hoher Bedeutung ist, erhält es in unserem Entscheidungsprozess ein höheres Gewicht. Jedes Risiko, von dem wir annehmen, dass es zunächst keine signifikanten Auswirkungen hat, wird trotzdem regelmäßig überprüft, um sicherzustellen, dass es nicht an Bedeutung gewinnt.

Hindocha: Bei der Beurteilung eines Falles, in dem die Bewertung chancenreich ist, ein Nachhaltigkeitsfaktor jedoch nicht mitspielt, entscheidet das Team, ob der unzureichende ESG-Faktor für das Geschäft von Bedeutung ist. Dafür treten wir vor einer Investition mit dem jeweiligen Unternehmen in Kontakt, um die Gründe für die Unzulänglichkeit zu verstehen. Anschließend wird entschieden, ob die ansonsten guten fundamentalen Kennzahlen das ESG-Risiko ausgleichen können.

Was sollten Anleger von Fondsmanagern erwarten können?

Hindocha: Im Mittelpunkt sollten immer die Interessen der Kunden stehen. Anleger müssen hinterfragen, ob das Vorgehen des Fondsmanagements mit den eigenen Ansichten übereinstimmt und wie der Nachhaltigkeitsgedanke in Entscheidungen einfließt. Zu den wichtigsten Fragen, die Investoren stellen sollten, gehören folgende:

  • Wie geht das Fondsmanagement das Thema Nachhaltigkeit an? Ist es Teil des Anlageprozesses oder nur Beiwerk?
  • Wie bestimmen Fondsmanager, ob ein Thema wesentlich ist oder nicht?
  • Werden bestimmte Unternehmen oder Branchen aufgrund von Nachhaltigkeitsaspekten ausgeschlossen?
  • Wird mit Unternehmen Kontakt aufgenommen, um zu erfahren, wie diese ESG-Risiken und -Chancen einschätzen?
  • Wird die Stimmrechtsausübung eigenständig ausgeübt oder wird die die Verantwortung für die Stimmrechtsausübung weniger ernst genommen?

Bitte geben Sie uns doch einen Ausblick: Wie wird sich das Thema Nachhaltigkeit in den kommenden zehn Jahren entwickeln?

Hindocha: Die nächsten Jahre werden im Hinblick auf die ehrgeizigen Ziele des Pariser Abkommens entscheidend sein. Die Auswirkungen des Klimawandels zeigen sich immer deutlicher. Es muss gehandelt werden, bevor es zu spät ist.

Für passive Anleger und auch passive Manager besteht die Gefahr, dass sie vom Markt abgestraft werden, weil sie ihr Stimmrecht nicht wahrnehmen (können), um nachhaltigere Praktiken in Unternehmen durchzusetzen. Unternehmen, die in Greenwashing verwickelt sind, werden zukünftig schneller entlarvt, sobald die Datenerhebungen sich verbessern und einheitliche Standards entwickelt werden. Bei den Anstrengungen für eine nachhaltigere Welt stehen Anleger an vorderster Front. Aktiven Anlegern und Managern kommt hierbei eine Schlüsselrolle zu.

Hinweis: Diese News ist eine Mitteilung des Unternehmens und wurde redaktionell nur leicht bearbeitet.
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