Aktualisiert am 05.10.2016 - 09:28 UhrLesedauer: 7 Minuten

Arbeitskraftabsicherung Funktionsinvaliditätspolicen – gut gedacht, schlecht gerechnet

Bei der Entwicklung neuer Biometrie-Produkte wagen die Marketing-Experten und Produktentwickler der Versicherungsgesellschaften genau genommen schon lange keine großen Sprünge mehr. Ein paar Schräubchen hier, ein paar kesse Werbeaussagen dort und fertig ist ein altes Produkt im neuen Gewand.

Eine der wenigen rühmlichen Ausnahmen der vergangenen Jahre war hingegen die Funktionelle Invaliditätsversicherung (FIV). Sie schuf bezahlbaren Versicherungsschutz in der Lücke zwischen gesetzlicher Sozialversicherung, Dread-Desease-Produkten und der Berufsunfähigkeitsversicherung (BU). Vielleicht kein Quantensprung, aber doch während einer Zeit des Stillstands bei den Biometrie-Produkte ein relativ weiter Sprung.

Unisichere Datenlage erfordern Sicherheitszuschläge

Nun nach der Ersteinführung vor etwas mehr als acht Jahren und 13 Folgeprodukten sollte man meinen, die FIV sei den Kinderschuhen entwachsen. Dem ist aber mitnichten so. Denn wie lassen sich die Prämiensprünge der vergangenen Monate erklären, die die Anbieter teilweise auch gleich wieder per Salto rückwärts kassieren? Manch ein Aktuar schien bei der Fülle an Forderungen nach Sicherheitszuschlägen aufgrund unsicherer Datenlage schlicht überfordert.

Als die FIV Ende 2006 eingeführt wurde, verfügte fast die Hälfte der erwerbstätigen Bevölkerung über keine private Invaliditätsabsicherung. Gleichzeitig bestand aber aufgrund der reduzierten Absicherung im Sozialversicherungsbereich ein erhöhtes finanzielles Risiko. Die Einführung der FIV schaffte einen neuen Ansatz. Ausgangspunkt der Produktentwicklung war die Betrachtung der Krankheiten und der daraus resultierenden Einschränkungen der körperlichen Leistungsfähigkeit. Dies erfolgte durch Messung einer Funktionsminderung, wie es in der Unfallversicherung üblich ist.

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