Deutsche fürchten um Lebensstandard im Alter

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Die Perspektiven der Deutschen bezüglich ihrer finanziellen Absicherung im Ruhestand haben sich im Laufe des Jahres stark verschlechtert. Mehr als jeder zweite Bundesbürger (56 Prozent) fürchtet derzeit, seine Grundversorgung im Alter nicht mehr finanzieren zu können.

Dies ergab eine aktuelle Altersvorsorge-Studie des US-amerikanischen Versicherungs- und Finanzdienstleistungsunternehmens The Hartford, an der weltweit 6.500 Privatpersonen teilnahmen, darunter 750 Bundesbürger der Generation 45 plus. Mehr als zwei Drittel (68 Prozent) ist bewusst, dass die staatliche Rente nicht ausreichen wird, um den gewohnten Lebensstandard im Alter halten zu können. 18 Prozent der Deutschen befürchten sogar, über das Renteneintrittsalter hinaus arbeiten zu müssen, um die Versorgungslücke auszugleichen.

Dennoch nennt immer noch jeder zweite Deutsche (52 Prozent) die gesetzliche Rente als wichtigste Einkommensquelle im Alter. Damit liegt Deutschland gegenüber jenen Ländern, in denen die Rentensysteme schon länger auf private Zusatzabsicherung bauen, deutlich zurück: In Großbritannien halten lediglich 26 Prozent der Befragten die gesetzliche Rente für die Hauptstütze der Altervorsorge, es folgen Australien (30 Prozent), USA (32),  Italien (33), Japan (40) und Spanien (45).

Angst vor Krankheit im Alter
Große Sorgen bereitet den Deutschen auch die Gefahr finanzieller Probleme durch Krankheit im Alter. 30 Prozent sehen darin das größte Risiko für ihren Ruhestand. Weitere 35 Prozent der Befragten sehen zudem einen drohenden Kaufkraftverlust durch den weiteren Anstieg der zuletzt überdurchschnittlich hohen Inflationsrate gegeben. „Die gegenwärtige Finanzmarktkrise hat leider offensichtlich zu einer weiteren Verunsicherung in Bezug auf die Themen Rente und Altersvorsorge geführt“, kommentiert Stephan Schinnenburg, Deutschland-Chef von The Hartford.

65 Prozent der Deutschen wissen, dass sie ihre Vorsorgesituation gegenüber dem Vorjahr nicht verbessert haben. Dennoch können oder wollen viele Befragte sich mit dem Thema private Altervorsorge nicht beschäftigen. Neun Prozent der Befragten sind „überhaupt nicht“ zuversichtlich bezüglich ihrer Fähigkeiten der Vorsorgeplanung, 21 Prozent sind „wenig“ zuversichtlich und 47 Prozent sind „einigermaßen“ zuversichtlich.

Unsicherheit herrscht bei der Frage nach dem geeigneten Berater und bedarfsgerechter Anlageformen: 25 Prozent der Deutschen wissen nicht, an wen sie sich zum Thema Finanzplanung wenden sollen, und nur 6,5 Prozent aller Deutschen halten die für private Vorsorgezwecke derzeit am Markt erhältlichen Produkte für ihre persönlichen Bedürfnisse für geeignet.

Deutsche bleiben risikoavers
Sicherheit wird vor dem Hintergrund der jüngsten Kapitalmarktturbulenzen von Anlegern weltweit zunehmend als wichtiges Kriterium bei der Vermögensplanung beurteilt. 76 Prozent der Bundesbürger bezeichnen sich selbst als „vorsichtig“ oder „sehr vorsichtig“ mit Finanzanlagen. Zum Vergleich: In Italien sind es 67 Prozent, in Großbritannien 63 Prozent, in den USA lediglich 45 Prozent.

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